Die Tertiaren erhalten gemäß den Statuten aus den Händen unsres Prälaten, des Abtes von Hamborn, einen weißen Habit. Er ist deutlich anders gestaltet als der Habit der Prämonstratenser-Chorherren, um hier Verwechslungen auszuschließen. Er ist schlichter und verzichtet auf Knopfreihe an der Front, Kapuzinum und Mozetta. Er besteht aus dem eigentlichen Gewand, das im Grunde wie eine Albe an das Taufkleid erinnert und das angemessene Gewand aller Getauften ist. Die weiße Farbe zeigt außerdem die Bindung an den Prämonstratenserorden, dessen Ordenskleid als „weißer Orden“ – die Bezeichnung als „Ordo candidus“ ist Teil des offiziellen Ordensnamens – von Anfang an weiß war (die Farbe ungefärbter Schafswolle) und sich am Büßerkleid des Heiligen Norbert sowie an der Erinnerung an Offenbarung 7,9 („Danach sah ich: eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen. Sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm und trugen Palmzweige in den Händen.“) orientiert. Es sollte auch an die Gewandung der Engel erinnern, die Geburt und Auferstehung Jesu Christi verkündeten.

Als Zeichen der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft wird darüber das Skapulier getragen. Dieses Kleidungsstück geistlicher Gemeinschaften ist ursprünglich aus einem schützenden Überwurf entstanden, denn die Ordensmitglieder hatten von Anfang an immer auch zahlreiche Tätigkeiten, bei denen das eigentliche Gewand geschützt werden sollte.

Über allem wird als Zeichen steter Aufbruchbereitschaft das Zingulum gegürtet – in Anlehnung an die Aufforderung Gottes an Mose in Exodus 12,8-11: „Noch in der gleichen Nacht soll man das Fleisch [des geschlachteten Lammes] essen. Über dem Feuer gebraten und zusammen mit ungesäuertem Brot und Bitterkräutern soll man es essen. […] So aber sollt ihr es essen: eure Hüften gegürtet, Schuhe an euren Füßen und euren Stab in eurer Hand. Esst es hastig! Es ist ein Pessach für den HERRN.“

Der Habit ist wichtiges Identitätsmerkmal der Tertiarengemeinschaft und lehnt sich an älteste Tradition an; es gibt zahlreiche Abbildungen historischer Tertiaren im Habit. Mit dem Habit legen die Tertiaren Bekenntnis ab zur Verbindung mit dem Prämonstratenserorden und zu Jesus Christus, in dessen Dienst sie sich in  besonderer Weise gestellt haben. Es ist auch ein wichtiges Merkmal für Außenstehende, die so zum Gespräch und zur Beschäftigung mit unserer Tätigkeit und unserer Lebensform angesprochen werden.

Und es ist auch Bekenntnis: Wir stehen zu unserer Gemeinschaft und ihren Zielen und machen uns ansprechbar, wir verstecken uns nicht, sondern machen den Menschen unser Angebot.