Die erste Säule: Communio

„Gemeinschaft” heißt, in besonderer Weise geistlich miteinander verbunden zu sein. Wir leben in der Welt, aber kommen zusammen, um zu beten, Gott zu suchen, uns auszutauschen  und in den verschiedenen Situationen des Lebens Leid und Freude miteinander zu teilen. Aus der Gemeinschaft schöpfen wir auch Kraft zu diakonischem Wirken nach Außen.

Die zweite Säule: Comtemplatio

„Besinnung“ heißt, uns durch tägliches Beten und Meditieren die Beziehung zu Gott immer wieder vor Augen zu führen. Die Feier der Eucharistie bildet dabei den Mittelpunkt. Hier findet die Begegnung mit Jesus Christus als Mitte unserer Gemeinschaft statt, ganz in norbertinischer Tradtion und Ausrichtung (wegen seiner besonderen Verehrung der Eucharistie wird Ordensgründer Norbert von Xanten immer wieder mit dem Attribut einer Monstranz dargestellt).

Die dritte Säule: Actio

„Handeln“ heißt, tätig zu sein im kirchlichen Dienst und in der eigenen Umgebung. Als Tertiaren des Heiligen Norbert sind wir sehr oft Seelsorger im Kleinen und Alltäglichen: wir sind besonders nah am Alltag der Menschen. Somit ist es unsere besondere Stärke, durch Zuhören und Austauschen am Leben unserer Mitmenschen teilzunehmen und ihnen zur Seite zu stehen.
Wir sind zudem vielfach verbindlich im mitmenschlichen Bereich tätig: In unseren Heimatgemeinden übernehmen wir Funktionen und Dienste, nehmen auch Beauftragungen der je zuständigen Bischöfe im liturgischen Dienst wahr, sind in der kirchlichen Jugendarbeit sowie in Räten von Pfarreien oder Dekanaten aktiv oder versehen Dienste in Rettungsorganisationen. Unsere Tätigkeiten geschehen dabei grundsätzlich unentgeltlich ganz im Sinne Jesu und am Beispiel des Heiligen Norbert orientiert, der sich ebenfalls auf den Weg gemacht hat, um Gott in den Menschen zu dienen und diese zu begeistern. Außerdem setzen wir uns für ein Handeln nach Jesu Vorbild und für eine Verehrung Gottes da ein, wo dies nicht vorhanden ist oder zerstört werden soll oder wurde. Die Initiative für eine Marienkapelle in der ehem. Abtei Rommersdorf, die Errichtung einer Gedenkstätte mit Kapelle für die Verstorbenen des Feuerwehrwesens in Rheinland-Pfalz, die Reparatur einer kleinen Wallfahrtskapelle am Pilgerweg der Simonswallfahrt nach Sayn sind dafür kleine Beispiele, ebenso wie die Einrichtung eines Hilfsdienstes in der Corona-Krise für Menschen, die sich selbst nicht mit Grundnahrungsmitteln oder Medikamenten versorgen können, gemeinsam mit den Pfadfindern in der Pfarrei St. Bonifatius Neuwied.

Schulung, wo gewünscht

Auch die Schulung zählt zu den Angeboten, die von Prämonstratenser-Tertiaren für alle gemacht werden, die Unterstützung suchen. So konnte Bruder Peter ein Seminar „Stimme und Sprache“ für SeelsorgerInnen in der Trauerpastoral der Erzdiözese Freiburg geben. Ebenso wurden Priester und Priesteramtskandidaten sowie mehrere Kantoren in liturgischem Gesang und liturgischer Sprache unterrichtet.

Historische Vorträge und Führungen über das Wirken des Prämonstratenserordens in ehemaligen Klöstern gehören ebenfalls schon lange zu unseren Aktivitäten. Auf diese Weise soll eine segensreiche Unterstützung geleistet werden überall da, wo dies angefragt und unseren Kräften möglich ist.

Dienste in unseren Heimatgemeinden:  Zupacken und zuhören für die Menschen und für Gott, das ist unsere Stärke.
Dienste in unseren Heimatgemeinden: Zupacken und zuhören für die Menschen und für Gott, das ist unsere Stärke.

Das Eigene unserer Gemeinschaft

Das Eigene unserer Gemeinschaft macht die Erfüllung des Verständnisses des Augustinus von Hippo, dessen Regula ja für den Prämonstratenserorden grundlegend ist, von Ordensleben aus: Das Spannungsfeld zwischen der Idee der Nachfolge Christi in Einsiedlerschaft und der eines Lebens in Gemeinschaft wird zusammengeführt dadurch, dass wir nicht in klösterlicher Gemeinschaft unter Ordensgeschwistern, also weitgehend getrennt voneinander, jedoch nicht in der Wüste allein, sondern unter den Menschen leben. Dies alles jedoch unter der Norm der Statuten und der Vorgaben unseres Ordens sowie unseres Prälaten, ganz wie es der Gemeinsamkeit der Gemeinschaft entspricht. Für Nicht-Kenner ist das neu, aber in Wahrheit erfüllt es somit uralte Ansprüche an ein Leben in der Nachfolge Jesu Christi und auf dem Weg zu Gott. Es greift auch die Impulse des Ordensgründers Norbert auf: In die Welt gehen und Christus nachfolgen, dennoch kirchliche Verantwortung übernehmen. Beides findet sich auch in seinem Lebensweg wieder. Daher wissen wir auch ihn als Begleiter auf unserem Weg in der Gemeinschaft und als Einzelpersonen.

Eine schöne Inspiration für die eigene „Aufstellung“ unserer Gemeinschaft und für christliche Gemeinden schlechthin, mit gutem Blick auf die Möglichkeiten der Zukunft, findet sich hier.