Flutkatastrophe:
„Gott war immer da“

„Ich habe tatsächlich gebetet, Gott möge diese Flut beenden, und tatsächlich hat direkt danach die Flut nachgelassen und der Sternenhimmel wurde selten klar sichtbar“, hat eines der Flutopfer aus dem Ahrtal in Rheinland-Pfalz in einer Spendengala im TV berichtet. Auch ein Mitglied unserer Tertiarengemeinschaft hat im besonders betroffenen Flutgebiet an der Ahr die Flutwelle persönlich erlebt, hat das Ertrinken zahlreicher Menschen unmittelbar erleben müssen. Auch dieses Mitglied sagt: „Sofort stellte sich die Frage, wo Gott jetzt ist. Und ich kann sagen: Gott war immer da!“
Eine mindestens verblüffende Aussage für alle, die gerade ihre Lieben in den Fluten verloren haben oder ihr ganzes Hab und Gut. „Ich habe Menschen gesprochen, die nur noch ein Betttuch mit einigen kleineren Habseligkeiten über der Schulter trugen. Alles andere war komplett vernichtet“, so unser Mitglied. Und: „Ich habe Verstorbene aus dem Heim der Lebenshilfe aus Sinzig gesehen.“

War das nicht eher von Gott verlassen? „Nein“, sagt unser Mitglied, „ich habe tief empfunden und es trägt mich bis jetzt, wenige Tage nach der Flut und mitten in weiteren Nachsorge-Tätigkeiten, dass Gott immer da war. Niemand ist hier wie Jesus auf dem Wasser gewandelt. Aber Gott war stets da in all der Hilfe, die so viele bringen, im Trost, im Dank so vieler Menschen, in der harten Arbeit der Helfenden. In den Fällen, wo Rettung gelang oder Schaden gar nicht erst entstand. Man muss ihn nur wahrnehmen wollen, dann ist er sofort präsent.“

Ist er auch da in der Flut? „Ja, unbedingt. Eine junge Mutter ging fast zugrunde vor Angst, weil ihr Kind alleine zu Hause war in der Flut, weil sie zum Wegfahren ihres Autos gerufen worden war. Wir haben die Tochter angerufen – wie durch ein Wunder funktionierte das, obwohl sonst das Handynetz weitgehend ausgefallen war! Und sie ging dann ins Obergeschoss, das hat ihr Leben gerettet. Sie haben beide nachher wieder einander gefunden. Aber genauso weinten neben mir die Angehörigen, deren Lieben gerade unter unseren Augen und Ohren jämmerlich ersoffen. Auch da war Gott im unfassbaren Schmerz. Auch, wenn wir das nicht fassen konnten: Gott war da!“, sagt unser Mitglied mit tränenerstickter Stimme. Und unser Mitglied hilft weiter, seit anderthalb Wochen nur mit wenigen Schlaf-Unterbrechungen. „Gott ist da“, hören wir von ihm.

Pfingsten 2021: Einkleidung unter Pandemie-Bedingungen

Tertiaren. Leider nur im kleinsten Kreis der unmittelbaren regionalen Zelle und nicht wie gewohnt im Rahmen des großen Pfingstkapitels unserer Gemeinschaft konnte unser Ordensbruder Stefan am Pfingstmontag 2021 in der Kapelle der Abtei Hamborn aus den Händen unseres Prälaten, Abt Albert Dölken, seinen Ordenshabit empfangen. Außerdem legte er sein zeitliches Versprechen vor dem Abt ab. Abt Albert nahm dabei Bezug auf das Pfingstereignis: Die Geburtsstunde der Kirche mache auch einen Blick auf die Entwicklung durch die Jahrhunderte möglich. Und der zeige, dass es immer wieder Zeiten des Auf und des Ab gegeben habe. Die immer wieder stattfindende Erneuerung, die Bildung neuer Gemeinschaften und das Aufleben neuer Initiativen mache Mut für die Zukunft: Alle Menschen, die an Christus und an Gottes Verheißung glauben, können zuversichtlich und in dieser guten Erwartung auch auf Zeiten von Rück- oder Niedergang reagieren, war seine Mut machende Botschaft, die bestens zur Einkleidung eines neuen Mitbruders passte. Dem frisch Eingekleideten gratulierten Präses Br. Frank, Alt-Präses Br. Werner und Sr. Hildegard. Den Tag beschlossen alle mit der Teilnahme an Vesper und Komplet des Abteikonventes, wenn auch wegen der Pandemieregeln über das Kirchenschiff von St. Johannes verteilt und nicht wie sonst im Chorgestühl.

Christi Himmelfahrt – was ist das eigentlich?

Gedanken von Sr. Barbara, Br. Ansgar und Br. Peter

Gar nicht so leicht, es nüchtern zu betrachten, wenn man nicht unbedingt in die Tradition der Kirche hineingewachsen ist. Wie war das vor etwa vierzig Jahren, als unsere Väter nichts von Vatertag wissen wollten und wir stattdessen ganz selbstverständlich am festlichen Feiertagsgottesdienst teilnahmen in der wunderbaren Kirche, die sich so groß „anfühlte“ wie ein Dom. Hier mussten Gott, Jesus und der Heilige Geist einfach vorhanden sein, und Jesus Christus war eben aufgefahren in den Himmel und gut. Das war unser Bekenntnis, und Theologie brauchten wir da nicht. Aber nun ist die Frage neu gestellt und berechtigt. Also erstmal in die Bibel schauen: In der Apostelgeschichte heißt es: „Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.“ Im Lukasevangelium steht „Dann führte er sie hinaus in die Nähe von Betanien. Dort erhob er seine Hände und segnete sie. Und es geschah, während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben.“ Beide Male ist von Emporheben die Rede, das man sich also nicht im Sinne einer realen „Fahrt in den Himmel“ vorstellen muss. In der Sprache der Bibel, altgriechisch, wird von „Análēpsis tou kyríou“, das heißt „Aufnahme des Herrn“ gesprochen. Das macht es vielleicht ein wenig leichter zu verstehen. Das Emporheben Jesu‘ in den Himmel trägt also keinen Sensationscharakter wie in einem Science-Fiction-Film, sondern meint vielmehr den „endgültigen Eintritt der menschlichen Natur in die göttliche Herrlichkeit“, wie es der Katechismus von 1997 so treffend formuliert.  Das will uns näherbringen, dass die Gemeinschaft des Vaters mit seinem Sohn Jesus eingelöst und bekräftigt wird, dieses Geschehen von Ostern aus zu verstehen ist und auf Pfingsten zuläuft. Theologisch ist hier unglaublich viel geforscht und gedeutet worden, aber vielleicht ist es ähnlich wie mit der Auferweckung Jesu‘, die nicht als einfache irdische Wiederbelebung verstanden werden soll. Hier ist Jesu‘ Aufnahme zum Vater sein Eingang in die besondere Würde Gottes und seine Einsetzung in die Gott-Gleichheit mit dem Vater. Bleiben da noch Fragen? Eindeutiges Ja. Dort, wo Vernunft und Glaube sich letztlich spalten, ist Mysterium, ist bestimmt auch Gott. Und das ist gut. Er ist eben nicht nach menschlichen Maßstäben fassbar. Aber unsere Hoffnung, dass auch wir zum himmlischen Vater emporgehoben werden, liegt in seiner Offenbarung und Erfahrbarkeit für uns Menschen. In dieser Beziehung leben wir mit allen offenen Fragen zuversichtlich und durchaus aufgehoben.

900 Jahre Prämonstratenser-Orden

Zu den Jubiläumsseiten: www.900p­r­e­mo­nt­re.org.
Zum Bericht über das Jubiläum im Osservatore Romano geht es hier.

Keine Kleidersammlung 2021! Dafür: Spendenlauf – helfen Sie den Kindern in Bolivien!

Seit vielen Jahren unterstützen wir aktiv die Bolivienhilfe-Kleidersammlung der Katholischen Jugend im Bistum Trier. Wegen der Corona-Krise kann im Jahr 2021 leider keine Kleidersammlung durchgeführt werden. Damit die Kinder und Jugendlichen in Bolivien, denen nun die damit ersammelten Gelder fehlen, nicht komplett auf Hilfe verzichten müssen, planen die Pfadfinder eine andere Aktion: Mit Spendenläufen unserer Mitglieder wollen sie Gelder erlaufen oder erwandern! 

Sie möchten unterstützen? Senden Sie eine E-Mail, welchen Betrag Sie pro Kilometer spenden möchten. Das wird berücksichtigt. Sie können einen Namen nennen, wenn Sie sich ein bestimmtes Mitglied ausgeguckt haben, dessen „Kilometerleistung“ Sie würdigen möchten. Oder Sie werden der Kilometerleistung eines von uns frei wählbaren Mitgliedes zugeordnet.

Schreiben Sie uns einfach, wie Sie es gern hätten

Der Nachweis der zurückgelegten Kilometer wird durch Bilder der damit verbundenen Stationen erbracht. Und hat natürlich auch etwas mit Vertrauen zu tun: Pfadfinder erschwindeln sich Ihre Spende nicht!! Kontakt per E-Mail: pfadfinderoberbieber@t-online.de.

Frohe und gesegnete Ostern!

Tertiaren. Die Prämonstratenser-Tertiarengemeinschaft wünscht allen Menschen ein frohes und gesegnetes Osterfest 2021 – trotz aller Einschränkungen. In einigen Gebieten konnten keine Gottesdienste mit Präsenz von Gläubigen stattfinden, und auch die Zelle Neuwied hatte aus Solidarität und Achtsamkeit auf ihre traditionellen Angebote zu Karfreitag und zur Osternacht verzichtet (die gottesdienstlichen Aktivitäten beschränkten sich auf das feierliche Entzünden der Osterkerze mit dem Friedenslicht aus Bethlehem in der ehem. Abtei Rommersdorf als 1-Mann-Aktion). Nur eine Osterkrippe wurde in der Pfarrkirche St. Bonifatius in Neuwied-Niederbieber aufgestellt. Zuvor waren einige Lebensmittel als Privatspende gekauft und an die Neuwieder Tafel geliefert worden, um beim Ausgleich der geringer gewordenen Lieferungen der Lebensmittelbranche zu helfen. Gottesdienst-Teilnahmen gab es nur per Internet.
Die Mannheimer Zelle beteiligte sich aktiv unter entsprechenden Pandemie-Bedingungen an den Feiern in der Mannheimer Jesuitenkirche.

Ostern doch ohne harten Lockdown – und jetzt?

Nun also meinten wir am 23. März 2021, es zu wissen: Ostern sollte (erneut) im besonders strengen Lockdown stattfinden. Kurz darauf der Rückzug: Doch nicht, die Bundeskanzlerin bittet gar um Verzeihung. Und das vor dem Hintergrund einer öffentlich besonders angespannten Stimmung mit Kritik von allen Seiten an allem und jedem. Auch Gottesdienste sollten nicht stattfinden am höchsten Fest der Christenheit (wenngleich die katholischen Bischöfe einen totalen Ausfall nicht umsetzen mochten, siehe hier. Informationen zur Situation aus unserem Heimatbistum Trier, in dem unser Gründungsort Sayn liegt, hier). Zum zweiten Mal nun wäre keine Gemeinschaft, keine Feiern von Tod und Auferstehung Christi mit all der Hoffnung und Verheißung, die uns diese Botschaft bringt, möglich gewesen. Durch die Änderung sieht es einen Tag danach nun wieder anders aus. Für manche nur ein Randthema – für Christen das zentrale Thema überhaupt. Vielleicht vor allem in der Pandemie. Und eigentlich brauchen alle Menschen in immer größerer Dinglichkeit diese Botschaft. Daher gilt die Anregung: Befasst Euch alle mit der Osterbotschaft! Da geht es nicht um den Hasen oder Eiersuche! Es geht um Euch!

Der Ausweg aus der Pandemie liegt nicht im unbegrenzten Shoppen oder im nächsten Mallorca-Urlaub. Wer das verstanden hat, dem geht es auch in der Pandemie nicht so schlecht! Daher dürfen wir immer Ostern feiern. Auch, wenn es diesmal (noch einmal) nur sehr, sehr eingeschränkt und „klein klein“ geschehen kann.

So sehen wir es: Über das Segnen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften

Tertiaren. Nach intensivem Austausch untereinander möchten die Tertiaren nicht schweigen zur der Frage, ob eine Segnung von Partnerschaften aus gleichgeschlechtlichen Partnern sein darf oder nicht. In unserem Auftrag der Christus-Nachfolge, das Evangelium zu verkünden und die Liebe Gottes erfahrbar zu machen, kann kein einziger Mensch ausgeschlossen werden, denn alle Menschen werden von Gott gleich geliebt und besitzen die gleiche Würde. Wenn Paare in Liebe zueinanderstehen, können sie nur in der durch und durch guten Schöpfung Gottes verwurzelt sein, sodass ihnen sein Segen und seine Gnade zukommen. Die sexuelle Orientierung von Menschen zu bewerten, kann der Glaubenskongregation in Form einer Umsetzung der Segenverweigerung so nicht zustehen, denn die vorgenommene Reduzierung jeglicher partnerschaftlichen Beziehung auf ihre sexuelle Praxis ist eine Engführung, die keinem Menschen gerecht wird und die im Widerspruch zu den geltenden Menschenrechten und unserem Glauben steht. Die katholische Kirche sollte daher bei ihrer Tradition und Lehre Christi bleiben und der menschlichen Diversität in allen sozialen Ausprägungen mit Liebe und Segen begegnen, anstatt mit Verboten.

Woher soll eine Glaubenskongregation im Detail wissen, auf wen sich der Segen Gottes beschränkt?

In die Menschrechtsauffassungen einzugreifen wäre ebenso unangebracht, wie die von Menschenhand vorgenommene Verweigerung göttlichen Segens. Es gibt mit Sicherheit unendlich viel davon, sodass Menschen, die sich zum uneingeschränkten Ja zu Gott bekennen, auch uneingeschränkt gesegnet sind. Durch die Vielfalt des menschlichen Lebens, Glaubens und Hoffens inspiriert sind auch wir Prämonstratenser-Tertiaren im Austausch miteinander und vertreten durchaus zuweilen auch unterschiedliche Positionen. Dass wir dabei aber alle Menschen so annehmen wollen, wie sie sind, so wie es Jesus Christus getan hat und unsere Kirche es ebenfalls sollte, ist Konsens. Als Seelsorgerinnen und Seelsorger mit und ohne Weihen zollen wir allen Menschen den gleichen Respekt und sind im tiefen Glauben darin verwurzelt, dass sie vom Segen bedacht sind, den Gott allein schenken kann.

Kar-Kreuzweg doch nicht abgesagt

Neuwied. Es sollte ein kleiner Weg der Hoffnung sein: Im ganz kleinen Kreis wollte die Zelle Neuwied unserer Gemeinschaft einen Kar-Kreuzweg im Bereich der ehemaligen Prämonstratenser-Abtei Rommersdorf abhalten. Mit besonderen Hygiene- und Abstandsregeln. Um auch dem über Jahrhunderte Gott geweihten Ort wenigstens im Kleinen die Ehre zu geben. Durch die am 23. März 2021 bekannt gemachten Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie war dies nun verunmöglicht. Gesundheit und Sicherheit gehen hier vor, eine mögliche Infektion ist in jedem Falle zu vermeiden. „Wir werden die Regeln nicht brechen. Zu anderen Zeiten wird es – hoffentlich schon bald – wieder möglich sein, gemeinsam Gottesdienst zu feiern und auch der alten Abtei und vor allem Gott die Ehre zu geben“, erklärten die Tertiaren. Durch die Rücknahme der „Osterruhe“ durch die Bundeskanzlerin ist nun doch die Veranstaltung wieder möglich – natürlich unter den beschriebenen Grundsätzen.

Fasten – wie blöd?

Die Fastenzeit 2021 hat begonnen. Sie ist der Grund, warum wenige Tage zuvor trotz der Corona-Pandemie die Menschen noch einmal, wenn auch stark eingeschränkt und nicht in den gewohnten Bahnen und Formen, besonders ausgelassen versucht haben, den Karneval, die Fastnacht zu feiern. Jetzt hat mit der Fastenzeit die Erinnerung an den krassen Gegensatz begonnen: Der Verzicht. Verzicht auf Spaß, auf gutes Essen und und und. Irgendwie blöd – oder? Wer will schon gerne auf lecker Essen verzichten? Auf Spaß und so … außerdem verzichten wir ja alle schon seit Monaten auf Vieles durch die Pandemie-Auflagen!?
Wer da Antworten möchte, der muss seine Perspektive wechseln: Die Verzichte durch die Pandemie sind solche, die nicht freiwillig passieren. Fasten hingegen passiert freiwillig. Und wie wichtig und gut es sein kann, einfach mal auf so manches zu verzichten, das merkte jede*r, wenn man sich an die eigene gelegentliche Sehnsucht besinnt, doch mal hier und da auf Hektik und Stress verzichten zu können! So ist Fasten gar nicht blöd, sondern etwas sehr Wichtiges: Man tut sich selbst – und unter Umständen auch anderen Menschen – damit etwas sehr Gutes. Fasten birgt enorm viele Chancen, sich selbst zu sammeln, „runterzukommen“, und vielleicht auch an das zu denken, was wirklich wichtig ist. Ein wunderbares Angebot. Dann kann man am Ende auch Ostern und was es bedeutet viel besser wahrnehmen und verstehen und damit wirklich: feiern! Trotz jeder Pandemie.

Infos zum Fasten findet man hier.

13. Januar 2021 Denken an Gottfried

Heute feiern die Prämonstratenser den Gedenktag des Heiligen Gottfried von Cappenberg, nichtkanonisierter Heiliger, aber wohl umso bedeutenderer Tertiar unseres Ordens, der die drei ersten norbertinischen Klöster in Deutschland gründete. Wir verweilen ehrfurchtsvoll an Gottfrieds eindrucksvollem Grab aus dem Jahr 1127, das vor dem Hochaltar der Basilika Ilbenstadt liegt. Eindrucksvoll wacht Gottfrieds Kloster bis heute über die Wetterau. 

Geht gut in das neue Jahr!

Das Kirchenjahr hat mit dem 1. Advent bereits begonnen – nun startet auch das neue Kalenderjahr. Für sehr viele Menschen wird das einen Blick bedeuten auf das, was kommen mag, wie sie ihn so vielleicht noch nie gesehen haben. So viele Trauerfälle im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, so viele Sorgen um die Lieben, die eigene Gesundheit, die Entwicklung der Arbeitsstelle … So viele schlimme Nachrichten aus der ganzen Welt… Aber wir hatten auch die Wintersonnenwende und die Weihnacht: Das Licht kommt! Die Tage werden wieder länger und der Frühling kann erwartet werden – das hat auch seine Aussage im übertragenen Sinne! Aber es ist auch die Anforderung, nicht die Hände abwartend in den Schoß zu legen. In diesem Sinne wünschen die Prämonstratenser-Tertiaren ein gutes neues Jahr 2021 für alle Menschen!

Krise hin und her: Weihnachten bleibt!

Ganz gleich, welche Krisen auch immer uns noch erreichen sollten: Für uns kann gelten, was das Lied „Was hat wohl der Esel gedacht“ so klar auf den Punkt bringt: „Doch wer ihm die Türen aufmacht, der hat jeden Tag Heilige Nacht!“. Weihnachten bleibt! Egal, was passiert! Fürchtet Euch nicht! Das Licht kommt!

Auch für den Prämonstratenserorden hat ja die Weihnacht besondere Bedeutung, weil der Heilige Norbert 1121 zu Weihnachten mit einigen Brüdern das Gelübde ablegte. Wir stellen fest: Das alles hat nichts mit Einkäufen, Festessen und Feier aller Art zu tun. Der Wegfall all dieser angeblich für Weihnachten so wichtigen Elemente ändert daran – nichts.

Die Corona-Einschränkungen bieten die Chance, sich auf die tatsächliche Bedeutung von Weihnachten einzulassen.

Das Ordensjubiläum und Rommersdorf

An der geplanten Ausstellung zur Geschichte des Prämonstratenserordens wird auch die ehemalige Abtei Rommersdorf beteiligt sein: Aus ihrem Fundus wird ein wertvolles Gemälde nach Magdeburg entliehen. Es ist erfreulich, dass die ehemalige Abtei in der umfangreichen Geschichte mit betrachtet wird – immerhin hat sie mit Dietrich von Rommersdorf und Elias von Rommersdorf zwei Heilige hervorgebracht. Heute ist die Zelle Neuwied der Prämonstratenser-Tertiaren dort aktiv und bietet in Zusammenarbeit mit der Abtei-Rommersdorf-Stiftung den Karkreuzweg, die Johannisweinsegnung, die Pflege der neu eingerichteten Marienkapelle und andere besondere Veranstaltungen an, die die jahrhundertelange Gottgeweihtheit der ehrwürdigen Stätte aufgreift.

Corona und Weihnachten

3. Advent 2020. Ja, wir müssen behutsam mit den Gefühlen der Menschen umgehen. Und ja, wir alle haben unsre liebgewonnenen Gewohnheiten. Aber: Wir sollten auch die Chancen in allem sehen, die uns die Corona-Einschränkungen bieten. Die akuten Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens bieten auch die Chance, die Weihnacht 2020 nicht als stressigen Verwandtenbesuchs- und Terminabriss-Marathon zu erleben, sondern mal auf der Bremse zu stehen. Nur ein klitzekleines Beispiel: Schauen wir uns doch unsere kleine Weihnachtskrippe – oder die oft liebevoll gestaltete Kirchenkrippe einmal genau an. Schauen wir doch mal auf die Bedeutung ihrer Ausstattungselemente und der dargestellten Personen. Das ist so voller Symbolik, die uns heute viel zu sagen hat! Recherchieren Sie doch mal die Bedeutungen, es ist sehr spannend und aussagekräftig für Ihr Leben. Nur eine der vielen Möglichkeiten, die Weihnacht noch einmal (wieder) anders, neu, aber doch so hochvertraut zu erleben, dass wir so ihrer ursprünglichen Aussagekraft wieder näher kommen als in den prächtig geschmückten Einkaufstempeln unserer Zeit, die gerade ein wenig Pause haben.

Der Advent:
In diesem Jahr besonders wertvoll

29. November 2020 (1. Advent; Beginn des neuen Kirchenjahres) Advent, das heißt in der Übersetzung aus dem Lateinischen eben nicht nur „das Nahen“ oder „der Anmarsch“, sondern auch „Ankunft“. Weil wir nicht einfach bang warten müssen, sondern weil wir wissen dürfen, dass der Friedefürst 1. bereits persönlich bei uns war und 2. in Herrlichkeit kommen wird. Deshalb dürfen wir – bei allem Leid auf dieser Erde, global und im Kleinen, die Weihnachtsbotschaft mit großer Freude erwarten und die Botschaft des Engels ernst nehmen: „Fürchtet Euch nicht!“

Furchtlos, ohne Angst um die Zukunft, dürfen wir unterwegs sein in der Nachfolge Jesu. Selbst erlittenes Unrecht muss uns unter dem Strich nicht kümmern: Übt nicht selbst Vergeltung, Geliebte, sondern lasst Raum für das Zorngericht Gottes; denn es steht geschrieben: Mein ist die Vergeltung, ich werde vergelten, spricht der Herr.“ (Röm. 12,19). Er wird es schon richten. Im Wortsinne.

Manchmal möchte man, alleine wenn man sich die TV- oder Internet-Nachrichten anschaut, verzagen vor so viel Unrecht, Krieg, Hass, Neid, Intrigen, Verwirrung und Spaltung allerorten. Viele erleben das auch im eigenen Umfeld, beruflich, persönlich. Egomanen haben das Wort, wo man nur hinschaut. Es geht ihnen nur um eines: Um ihr eigenes Wohl. Ich, ich, ich.

Wir wissen, dass wir dennoch nicht verzagen müssen. Und das ist eine Mutmach-Botschaft, die wir alle gerade in den Tagen der Corona-Pandemie allzu gut gebrauchen können. Der Advent ist vielleicht gerade deshalb in diesem Jahr besonders wertvoll. Für Sie, für uns, für alle. Das ist die große Antwort auf die Fragen, die die aktuellen Krisen stellen. Daher gilt zum Start des neuen Kirchenjahres zum 1. Advent: Kirche – also auch wir alle – muss sie unbedingt offensiver verbreiten, um den Menschen aufzuzeigen, dass es diese Antwort gibt!

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1121 – 2021900 Jah­re
Pr­ä­mon­straten­ser-Or­d­en

Der Pr­ä­mon­straten­ser-Or­d­en fei­ert 2021 sein 900-jähriges Gründungsjub­il­äum.

Die Kom­m­i­s­sion zur Vorbe­re­i­t­ung di­eses Jub­il­äu­ms hat eine Internetseite er­stel­lt, die ab sof­ort abrufbar ist und In­formati­o­nen zum Jub­il­äum und Ver­an­stal­t­ungen ent­hält. Sie wird ständig erg­än­zt, sobald Ter­mi­ne des Or­d­e­ns oder der ein­z­e­lnen Zirk­ar­ien und Hä­u­ser be­kan­nt sind.

Das Jub­il­äum hat am 1. Adve­nt 2020 begonnen und en­det mit dem Fest der Taufe Jesu 2022.

Zu den Jubiläumsseiten: www.900p­r­e­mo­nt­re.org

Mit Bibel und Spaten
900 Jahre Prämonstratenser-Orden

Magdeburg widmet den Prämonstratensern zu ihrem 900. Jubiläum eine einzigartige Sonderausstellung. Im Herbst 2021 beginnt die Zeitreise ins Mittelalter. Mehr.

Segen bringen trotz Corona

Tertiaren. Herbst 2020: Viele wollten schon gar nicht mehr an die „zweite Welle“ glauben, aber das Corona-Virus bleibt hartnäckig – europaweit, ja weltweit steigen die Zahlen der infizierten Menschen wieder stark an. In den Medien ist die Diskussion entbrannt, wie hilfreich rigorose Maßnahmen des Staates sind. Gerichte zwingen den Staat mitunter dazu, teilweise Maßnahmen zurückzunehmen, wie bei Beherbergungsverboten geschehen. Damit wird klar: Es gibt keine einheitliche Meinung oder Methode, wie man die Pandemie wirklich schnell eindämmt. Indessen meldet das autoritäre China steigende Wirtschaftszahlen. Demnach hat man die Krise dort durch rigorose Maßnahmen überwunden.

Bei uns hingegen scheinen Politiker-Appelle an Vernunft und Verantwortung zu oft für die Ohren von Party-Orientierten und Spaß-Anhängern zu verhallen. „Ich brauche jetzt auch mal Spaß“, hörte man im TV von einer befragten jungen Frau. Andere demonstrieren, weil sie ihre Freiheit und ihre Grundrechte durch staatliche Verordnungen in Gefahr sehen. Was wir sehen können: Diese Personen werden nicht in Lager gesperrt. Im Gegenteil: Polizeigewalt wird zum öffentlichen Thema; Medien berichten und mahnen bessere Kontrolle polizeilicher Arbeit an. Demokratie nennt man das. Die beweist sich hier.

Anders als unter totalitärer Herrschaft werden wir als christliche Gemeinschaft nicht staatlich verfolgt und mit Gefängnis oder Gewalt bedroht. Liebe Leser: Uns in Deutschland geht es gut! Und als Christen können wir wissen (wenn wir denn hinhören), dass alles gut ausgehen wird. Das ist keine „Wellness-Theologie“, denn natürlich können und werden wir Leid erleben. Aber wie vermessen ist es, Gott für dieses Leid verantwortlich zu machen, das zudem noch zu allermeist Menschen durch ihr Verhalten zu verantworten haben. Zumal er uns das Geschenk gemacht hat, hier leben zu dürfen.

Wichtiger ist es daher, sozusagen „das Beste daraus zu machen“. Wir überlegen: „Wie kann man am besten helfen, jede(r) nach den eigenen Möglichkeiten?“ Im Alltag, aber auch im Gemeindeleben gibt es dafür viele Chancen. So wollen wir an Allerheiligen dabei helfen, dass Menschen trotz Corona um ihre Lieben trauern können, indem wir die hygienegerechte Gräbersegnung unterstützen: Gebetstexte und Weihwasser in Fläschchen sollen ermutigen, als Angehörige selbst den Segen weiterzutragen zu den Gräbern. Eine schöne Möglichkeit, auch an dieser Stelle in Kontakt mit der Gemeinde zu bleiben und der Verstorbenen zu gedenken. Eine Mut machende Geste, dass wir gemeinsam „das Beste draus machen“. Segen bringen. Das hilft wirklich!

„Mannheimer Morgen“ berichtet

Mannheim. Die Tageszeitung „Mannheimer Morgen“ hat in ihrer gedruckten Ausgabe unter der Überschrift „Frau im weißen Habit“ von unserem Kapitel und insbesondere von der Einkleidung unserer Sr. Barbara berichtet, die sich selbst in Mannheim vielfältig engagiert. Wir freuen uns sehr über diese öffentliche Würdigung und gratulieren ihr und allen von Herzen, die im Rahmen des September-Kapitels aufgenommen wurden oder ihr Versprechen abgelegt haben.

September-Kapitel in Mannheim festigt die Gemeinschaft

Mannheim, September 2020. Die Prämonstratenser-Tertiarengemeinschaft Abtei Sayn hat in ihrem Septemberkapitel in Mannheim die Gemeinschaft weiter gefestigt: Eine Neuaufnahme, ein zeitliches sowie drei ewige Versprechen konnte Ehrendomkapitular Karl Jung in Vertretung des Prälaten der Gemeinschaft, Abt Albert Dölken aus der Prämonstratenser-Abtei Hamborn, in einer festlichen Vesper in der barocken Mannheimer Jesuitenkirche entgegennehmen. Außerdem wurde die Rolle der gemeinsamen Entscheidungsfindung im Kapitel beraten und gefestigt. Zahlreiche Gespräche mit Interessierten schlossen sich der abendlichen Gemeindemesse an, an der die Tertiaren gemeinsam teilnahmen. Die Tertiaren sind der Jesuitenkirche eng durch liturgische Dienste verbunden, die sie dort regelmäßig verrichten. Hier ist die Zelle Mannheim der Gemeinschaft mit drei Mitgliedern auch im Kantoren- und Mesnerdienst tätig. 

Mit Corona-Abstand trotzdem ein würdiges Erinnerungsbild erstellt: Die Teilnehmenden des Septemberkapitels 2020 in der Mannheimer Jesuitenkirche mit Ehrendomkapitular Dekan Karl Jung (Mitte).

Stundengebet online – für alle!

Orden und Welt. „Betet ohne Unterlass“ – das Stundengebet ist eines der Instrumente, mit denen die Kirche es ermöglicht, dass rund um die Uhr ohne Unterlass das Gebet nicht abreißt. Und das ist gut für die Menschen. immer mehr entdecken diese Form des Gebetes, zu dem nicht allein Ordensleute und Priester eingeladen sind. Die Räume, die sich hier eröffnen, stehen allen offen, die sich damit befassen. Für viele eine neue Möglichkeit, sich mit Gott und dem Glauben auseinanderzusetzen. Eine große Hilfe dabei ist das Online-Stundenbuch des Pressebundes, denn es nimmt die tägliche Ordnung jeweils schon vor, sodass man die Gebete für jeden Tag direkt vorfindet. Das erleichtert den Zugang und den Umgang. In Zeiten, in denen sich auch im kirchlichen leben viele Menschen digitalen Bereichen annähern, die das vielleicht sonst nie oder nicht in der jetzt eingeschlagenen Geschwindigkeit und Richtung getan hätten, ein guter Tipp: https://www.stundengebet.de/jetzt-beten/

Das letzte Opfer der Hexenverbrennung war eine Prämonstratenserin

Orden und Welt. Wer heute das ehemalige Prämonstratenserinnen-Kloster Unterzell besucht, der kann kaum noch erahnen, wie prachtvoll und reich es einst war –  aber auch, welches Leid dort geschehen ist. Der Frauenkonvent wurde 1230 von Hermann von Lobdeburg gegründet und der Gottesmutter Maria sowie der heiligen Märtyrerin Caecilia geweiht. 

Am 21. Juni 1749 wurde die ehemalige Subpriorin Maria Renata Singer von Mossau als letzte Hexe in Europa hingerichtet. Es ging dabei um weltliches und geistliches Machtstreben, Verblendung und letztlich darum, sich das Vermögen des Klosters anzueignen. Schwester Maria Renata wurde zu einem Geständnis gezwungen, ihr wurden Worte in den Mund gelegt, denen sie, geschwächt und entkräftet durch grausame Folter, nicht mehr zu widersprechen vermochte. 

Das Kloster wurde 1803 im Zuge der Säkularisierung aufgelöst und wurde auch zeitweise inadäquat genutzt, unter naderem auch als Ziegenstall. 1945 wurde das Kloster durch Bomben zerstört und brannte aus. Heute gehört das ehemalige Kloster der evangelisch-lutherischen Versöhnungskirche. Ein kleiner Teil der Kirche wird für Gottesdienste genutzt.   Das Klostergebäude wurde zu Wohnungen umgebaut. 

Das Bild gibt eine Eindruck von den historischen Resten.

So wirken wir

Tertiaren. Unterschiedlich aktiv: Die Schwestern und Brüder unserer Gemeinschaft bieten eine ganze Welt an Begabungen und Tätigkeiten, mit denen sie auf je ihre Weise unserem Ordensgründer, dem Heiligen Norbert, nachfolgen und Gott suchen – und damit Gott und den Menschen  dienen. Ein Beispiel ist unsere Sr. Heidrun. Nach einem Kurs in einer Steinmetzschule hat sie die sich ihr nun bietenden Möglichkeiten einer uralten Kunstform genutzt, um ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Der weiche Speckstein war ihr Werkstoff. Sie sagt dazu: „Die Specksteine habe ich durch Intuition ausgewählt sehe sie von allen Seiten an, taste…, manchmal sehe ich einen Stein und weiß sofort, dass der es ist. Es klingt vielleicht komisch, aber wenn ich einen Rohstein ansehe, sehe ich, was daraus werden wird, allerdings kann man nicht in den Stein hineinschauen, manchmal treten harte Versteinerungen auf, die sich mit Werkzeug nicht bearbeiten lassen. Ich versuche dann, diese „Besonderheiten“ mit einfließen zu lassen, so dass es harmonisch aussieht.“

Ihre Ambitionen lassen vielleicht auf Neues hoffen: „Ich interessiere mich eigentlich für fast alle Materialien, finde es wunderbar, neues zu kreieren, wahrscheinlich, weil ich als Kind die Stupidität des Gezwungenseins zu Konformität des Kommunismus ertragen musste. Zum Beispiel durfte man Häuser nur grau oder braun malen! Sonst gab es richtig Ärger! Ich bin sehr dankbar, hier so viele Möglichkeiten zu haben.“ Vielleicht kann  sie so auch andere Menschen anstoßen, es einmal mit dieser Ausdrucks-und Kunstform zu versuchen.

Eine Mariendarstellung, die faszinierend an prähistorische Skulpturen erinnert, denen man Symbolwert für Weiblichkeit schlechthin zuschreibt. Hier verbinden sich Attribute klassischer Mariendarstellungen mit diesem Aspekt, Gewandfalten sind aber auch mit frühen Sulpturdarstellungen menschlicher Körperteile assoziierbar.
1121 – 2021

900 Jah­re Pr­ä­mon­straten­ser-Or­d­en

Der Pr­ä­mon­straten­ser-Or­d­en fei­ert 2021 sein 900-jähriges Gründungsjub­il­äum.

Die Kom­m­i­s­sion zur Vorbe­re­i­t­ung di­eses Jub­il­äu­ms hat eine Internet-Home­p­age er­stel­lt, die ab sof­ort abrufbar ist und alle In­formati­o­nen zum Jub­il­äum und sein­en Ver­an­stal­t­ungen ent­hält. Di­ese Home­p­age wird ständig mit neuen In­formati­o­nen erg­än­zt, sobald Ter­mi­ne des Or­d­e­ns oder der ein­z­e­lnen Zirk­ar­ien und Hä­u­ser be­kan­nt sind.

Das Jub­il­äum beg­in­nt am 1. Adve­nt 2020 und en­det mit dem Fest der Taufe Jesu 2022.

Bitte wähl­en Sie di­esen Link zur Home­p­age: www.900p­r­e­mo­nt­re.org.

Eine wissenschaftliche Tagung zur Vorbereitung der Ausstellung „900 Jahre Prämonstratenser-Orden“ wird es unter dem Titel „Mit Bibel und Spaten“ vom 30. September bis 2. Oktober 2020 in Magdeburg geben. Mehr dazu hier.

Pfingsten ist heute!

Tertiaren. Zu Pfingsten 2020, noch während die „Corona-Krise“ längst nicht ausgestanden ist, können sich alle Menschen viele große Zeichen der Hoffnung erschließen, wenn sie dies wollen. Eines davon ist das Pfingstfest. Unser Präses, Br. Frank, dazu: “ Das Pfingstfest ist überall, das Pfingstereignis kann uns alle erreichen. Denn die Jünger waren nicht alleine, sondern in Gemeinschaft, als mit dem Pfingstereignis quasi ihre Aussendung geschah. Sie sollten nicht in der „Bude hocken“, sondern wurden mit der Gabe ausgestattet, in der Sprache der Menschen zu sprechen, zu denen sie sprechen würden. Das ist ein Anspruch an sie damals, und es ist auch ein Anspruch an uns heute – vielleicht mehr denn je! Es ist aber auch eine Ermutigung: Der Heilige Geist ist sichtbar herabgekommen, er gibt den Jüngern Jesu die Kraft und die Befähigung, zu wirken. Ich wünsche mir zu Pfingsten, dass diese Kraft in allen wirkt, die Jesus nachzufolgen versuchen. Damit sie in diesem Geist wirken können, ganz nach dem Anspruch des Prämonstratenser-Ordens: Zu jedem guten Werk bereit! Gerade zu Corona-Zeiten zeigt uns Pfingsten: Wir sind in Gemeinschaft! Nicht allein! Und zwar in Gemeinschaft mit all den anderen, die sich ebenso über das Herabkommen des Heiligen Geistes freuen dürfen, und auch in Gemeinschaft mit eben diesem Geist Gottes. Wir dürfen spüren: Das ist keine Erfindung, kein Märchen: Gottes Geist ist da, und er wirkt! Auch in Dir und mir, wenn wir das wollen und zulassen! Dazu wünsche ich Gottes Segen!“

Das Schweigen beenden

Tertiaren. Sie sind in der Corona-Krise trotz auch kirchlichem „Lock-Down“ aktiv gewesen: Die Prämonstratenser-Tertiaren haben sich getreu der Grundeinstellung, sich nicht entmutigen zu lassen und anderen Menschen Mut zu geben, in ihren Gemeinden engagiert. „Das Motto des Prämonstratenserordens ist ja : <<Zu jedem guten Werk bereit>>“, so der Präses der Gemeinschaft, Br. Frank. Weil viele Mitglieder jedoch zu den Risikogruppen gehörten, war der Kontakt untereinander dadurch unterbunden. Mit Wiederaufnahme liturgischer Handlungen – wenn auch unter bestimmten Bedingungen der Hygiene zum Infektionsschutz – werden auch liturgische Dienste durch Angehörige der Gemeinschaft wieder wahrgenommen. Das macht Mut zur weiteren Aktivität: Bisher wurde der Kontakt untereinander durch Telefon und schriftlich über Soziale Medien gepflegt – „aber das schränkt leider ein und ersetzt nicht den persönlichen Kontakt“, so der Präses. „Jetzt gilt es auch, das auferlegte Schweigen im Miteinander zu beenden, indem Gespräche Auge in Auge wieder möglich werden“, haben sich einige Mitglieder mit entsprechenden Kenntnissen verständigt. Da das gemeinsame Kapitel zu Pfingsten leider ausfallen muss, wollen sie nun zumindest ein „digitales Wiedersehen“ über eine Videokonferenz-Plattform starten. „Das muss aber noch koordiniert werden, denn unsere Mitglieder sind ja nicht alle gleich gut mit digitalen Medien ausgestattet und vertraut.“ Dabei freut sich aber der Präses über bereits gemachte Hilfsangebote „versierterer“ Mitglieder: „Die Beratung untereinander ist angelaufen. Wenn alles gut läuft, klappt das zu Pfingsten“, ist der Präses zuversichtlich. Erste Probeläufe sind in der Woche vor Pfingsten geplant. Er ist da guter Dinge: „Hier zeigt sich der Zusammenhalt untereinander – das ist gut und stärkt für unser Wirken im jeweiligen eigenen Umfeld!“

Gemeinsames Wort der Kirchen zur Corona-Krise

Anlässlich der weltweiten Corona-Pandemie rufen die katholische, evangelische und orthodoxe Kirche in Deutschland zu Zuversicht und Vertrauen auf. Mehr dazu hier.

Stellvertretend die Osternacht gefeiert: Am Ende steht für alle die Chance von Ostern!

Tertiaren. Die Tertiarengemeinschaft hat zum Osterfest 2020, das ja leider von den Erscheinungen der „Corona-Krise“ beeinflusst wird, ein Hoffnungszeichen setzen wollen, das eng mit dem Auftrag des Prämonstratenserordens verflochten ist: In einer „kleinen Osternacht“ haben in der Nacht zum Ostersonntag wenige Vertreter der Tertiaren (stellvertretend für die Gemeinschaft wegen der Anforderungen zum Schutz vor einer Ausbreitung der Infektionen) das Lumen Christi an einer neuen Osterkerze aus der leeren Grabkrypta der ehemaligen Prämonstratenser-Abteikirche in Rommersdorf erhoben. Entzündet wurde die Kerze nicht an einem Osterfeuer, sondern am Friedenslicht aus Betlehem, das die Gemeinschaft seit dem 3. Advent 2019 ununterbrochen hütet. So sollten die erste Geburt Christi auf Erden und die Auferstehung in ihrer Abfolge aufgezeigt werden – und beide Hoffnungszeichen konnten so gleichermaßen deutlich aufscheinen. „Am Ende steht für alle die Chance von Ostern!“ war die Botschaft in schwerer Zeit. Beide Flammen, die aus Betlehem und die von Ostern, stehen für den Sieg des Lichtes gegen die Dunkelheit.

„Kleine Osternacht“ mit Abstand: Das Osterlicht vertreibt das Dunkel!
Am Karfreitag ins Grab gelegt: Das Friedenslicht aus Betlehem als Symbol für das irdische Leben Jesu wurde aus der Ganzjahreskrippe in der ehem. Abteikirche entnommen und in die Grabkrypta gebracht. Dort ruhte es bis zur Osternacht.
Das Licht in der Grabkrypta.

Wir denken an die Opfer – und können Gott keinen Vorwurf machen!

Tertiaren. Zur Karwoche 2020 äußert der Präses der Tertiarengemeinschaft folgende Gedanken, die er mit den Leseinnen und Lesern dieser Zeilen teilen möchte: „Nicht nur in der Mitte Europas, sondern weltweit verlieren Menschen ihr Leben wegen der Corona-Epidemie – und das passiert unter Umständen, die man sich noch kurze Zeit zuvor nicht hätte vorstellen können: Oft isoliert ohne Kontakt zu den Angehörigen, ohne Möglichkeit des Abschiednehmens. Wir denken und beten vor diesem Hintergrund ganz besonders an die und für die so Betroffenen. Unser Gebet in der österlichen Bußzeit geschieht auch für alle, die gefährdet sind, das beschriebene Schicksal zu erleiden. Und für uns alle, dass wir die Kraft haben, die Herausforderung zu meistern. Eine wichtige Erkenntnis: Anders als Deuter früherer Jahrhunderte wird die Epidemie nicht als „Strafe Gottes“ gesehen. Ist sie deshalb sinnlos? Bietet sich nicht auch sofort wieder die Frage nach dem Gott an, der so etwas zulässt? Warum schreitet Gott nicht ein?

Zunächst einmal lässt sich feststellen: Als deutlichen Anlass, unsere Lebensweise zu überdenken und zu hinterfragen, sollte man diese schlimme Krise sehen können! Es gibt zahlreiche Hinweise, auch aus dem Wort Gottes, wie wir Menschen gut und richtig unser Zusammenleben gestalten sollten. Und es steht sicher auch fest, dass es da oft genug nicht viele Übereinstimmungen gibt. Jetzt erleben wir einen deutlichen Einschnitt, der nachdenklich machen darf.

Hinzu tritt die Tatsache, dass eine Haltung, die Gott die Verantwortung für das Übel zuschanzt, bei Licht betrachtet als vermessen bezeichnet werden kann: Haben wir ein Recht, Unversehrtheit einzufordern, Gesundheit, Wohlergehen, leidloses Leben, Komfort, Leben im Garten Eden? Darauf gibt uns die Bibel schon in ihren ersten Texten eine Antwort: wir sind aus einem bestimmten Grund nicht mehr Bewohner des Gartens Eden. Wir wollten und wollen frei sein und unabhängig, und daher haben wir auch Verantwortung! Das bedeutet letztlich: Wir müssen unseren Anspruch auf Freiheit auch ernst nehmen und Verantwortung auch übernehmen. Gerade jetzt, wo es „ans Eingemachte“ geht. Wir alle sind daher aufgefordert, uns selbst entsprechend aufzustellen – und „anzupacken“! Dazu haben wir die Freiheit, die wir immer wollten. Nutzen wir sie, statt Gott Vorwürfe zu machen! Er wird das am Ende – im wörtlichen Sinne – mit seiner göttlichen Gerechtigkeit beurteilen, wie wir mit den Talenten umgegangen sind, die er uns mit auf den Weg gegeben hat!

Mit den besten Wünschen für Sie und Ihre Gesundheit, aber auch Ihr Leben,
Ihr Br. Frank, Präses“

Trotz Corona christlich leben!

Tertiaren. Wie auch immer die Corona-Virus-Pandemie zu werten sein mag: Sie hat auch Folgen für das Zusammenkommen der Gläubigen zum Gebet. Die Ansteckungsgefahr zwingt zu verantwortungsvollem Handeln. In den Diözesen hat dies sogar zu Entscheidungen geführt, Gotteshäuser zu schließen oder zumindest Gottesdienste und weitere Veranstaltungen abzusagen. Das gebietet auch die Verantwortung gegenüber besonders den Angehörigen der Risikogruppen. Die Prämonstratenser-Tertiaren werden daher leider in 2020 nicht den Kreuzweg gemeinsam mit den Georgspfadfindern in der ehemaligen Prämonstratenserabtei Rommesdorf anbieten können. Christliches Leben unmöglich? Nein, denn zum Glück gibt es zahlreiche Formen, christliches Leben zu leben. Gerade die Orden bieten gute Beispiele, wie es auch anders geht. Aber auch kreative Ideen helfen hier und da. Das Portal „katholisch.de“ berichtet hier. Ein schönes Zitat aus der Darstellung von „katholisch.de“ : „Gebete und die Hoffnung auf Wunder sind aber kein Infektionsschutz und ersetzen auch nicht verantwortliches Handeln auf Grundlage des Standes der Forschung. Gott handelt vor allem durch die Hände seiner Gläubigen in der Welt.“

„Vielleicht lässt die Krise umdenken“

Tertiaren. Der Präses der Tertiaren-Gemeinschaft Abtei Sayn, Br. Frank, sieht trotz der Einschränkungen für das gesellschaftliche Leben der Menschen und die Trauer um die Opfer der Infektion mit dem Corona-Virus auch Chancen: „Es wird ein Leben nach – oder besser MIT Corona geben. Und es ist nicht unwahrscheinlich – und eigentlich zu hoffen – dass viele Menschen durch diese Zwangs-Bremsung auch einmal nachgedacht haben. Nachgedacht darüber, ob ein Schneller-Weiter-Höher tatsächlich der richtige Weg für unsere Gesellschaft sein kann. Wir können hier die Chance erkennen, dass viele Menschen für sich und ihr Leben entdecken, was wirklich wichtig ist“, so der Tertiar. Das wäre dann, so seine Auffassung, vielleicht ein Effekt dieser Krise, der auch gute Folgen nach sich ziehen könne. „Ansonsten ist unser Gebet und unsere Hilfe natürlich besonders bei den Menschen, die unter der Krise leiden.“ Denn die Tertiaren bleiben in der Krise aktiv: Es wurde eine Hilfs-Bereitschaft mit Jugendlichen ins Leben gerufen, die isolierten älteren Menschen und anderen Hilfsbedürftigen Einkäufe oder Apotheken- und Botengänge erledigen. Mit der Feuerwehr hält ein Mitglied ehrenamtlich den Grundschutz der Bevölkerung auch in der Krise rund um die Uhr aufrecht und hält dazu besondere Infektionsschutzmaßnahmen ein, damit nicht eine ganze Feuerwehreinheit in Quarantäne gehen muss und somit ausfallen würde. Ferner arbeiten die Tertiaren an der Aufrechterhaltung des gemeinsamen Gebetes mit digitalen Mitteln.

Johanniswein mit vielen Teilnehmenden gesegnet

Neuwied. Bereits zum dritten Mal – und damit ist es im Rheinland eine Tradition – in Folge führten die Tertiaren in der Neuwieder ehemaligen Prämonstratenser-Abtei Rommersdorf die Segnung des Johannisweins durch. Wieder mit einer Besonderheit mit tatsächlich historischer Bedeutung: Zum ersten Male seit der Zwangs-Auflösung der Abtei 1803 gab es wieder Wein in der Klosterkirche, der direkt auf heimischem Boden im Stadtgebiet gewachsen ist: Die Winzergemeinschaft „Neuwieder Wahrheit“ hatte sich der Veranstaltung angeschlossen und ihren neu erzeugten Wein zur Segnung mitgebracht. Sie bauen ihn erst seit wenigen Jahren wieder im Stadtgebiet an. Dort war der Weinanbau, zu Zeiten der alten Abtei noch weit verbreitet, in den letzten Jahrzehnten zum Erliegen gekommen, obwohl in den Kommunen in der Nähe traditionell Weinbau in größerem Stil betrieben wird. Nun wuchs wieder zusammen, was früher selbstverständlich eng verbunden war: Die alte Abtei und der Wein aus der näheren Umgebung. In Verneigung vor dem Evangelisten Johannes hatten es sich auch zahlreiche weitere Teilnehmende aus der ganzen Region nicht nehmen lassen, ihre mitgebrachten Weine zu Johanniswein segnen zu lassen. Viele empfingen an der Orientalischen Krippe in der ehem. Abteikirche das Friedenslicht aus Bethlehem. Die Tertiaren pflegen den mit der Weihnacht verbundenen Termin auch deshalb gerne, weil die erste Gemeinschaft rund um den Ordensgründer, dem Hl. Norbert von Xanten, am Weihnachtsfest ihre ersten Gelübde ablegten und so die Gemeinschaft von Premontre ins Leben riefen.

Begehrt bei den Teilnehmenden waren auch die Etiketten mit dem historischen Johanniskelch-Wappen des Rommersdorfer Konventes, der den Wein als gesegneten Johanniswein markiert.

Tertiaren tagten in Kloster Altenberg bei Wetzlar

Solms. Zum regelmäßig angesetzten Kapitel trafen sich die Tertiaren diesmal zum 2019-er-Treffen im ehemaligen Prämonstratenserinnen-Kloster Altenberg bei Wetzlar. Bruder Lukas von der Gemeinschaft Altenberg hieß die Tertiaren willkommen und referierte über seine Gemeinschaft und die Geschichte des Klosters.

Die Tertiaren sprachen über ihre Organisationsstruktur, die aktuelle Entwicklung in der Kirche und ließen die Tätigkeiten des zurückliegenden Jahres Revue passieren.

Das Kloster birgt eine Verbindung zur Heiligen Elisabeth von Thüringen, deren Tochter Gertrud Magistra des Klosters war. Dieses war Tochterkloster der Abtei Rommersdorf (heute Neuwied), ein Nachbar der Abtei Sayn, dem Gründungsort der Tertiarengemeinschaft. Die Fürstenfamilie derer zu Sayn-Wittgenstein haben verwandtschaftliche Bindungen zur Heiligen Elisabeth und somit auch zu ihrer Tochter Gertrud, deren Grabtumba in der ehemaligen Klosterkirche in der Mitte des Chorraumes steht. Für das Kloster dürfte es ein historisch besonderes Ereignis gewesen sein, dass wohl erstmals seit Auflösung des Klosters 1803 wieder Vertreter des Prämonstratenserordens eine reguläre Zusammenkunft in den Mauern hatten. Dank geht auch an Bruder Lukas von der Geistlichen Gemeinschaft Altenberg, der die Tertiaren wunderbar betreute und hochinteressanter Gesprächspartner war.

Wir begrüßen unser neue Mitschwester Barbara: Das Foto zeigt den Moment ihrer Aufnahme an denkwürdigem Orte in der ehem. Prämonstratenserinnen-Klosterkirche in Altenberg bei Wetzlar direkt hinter der Grabtumba der Sel. Gertrud, Tochter der Heiligen Elisabeth von Thüringen, die hier einst Magistra war.

60 Jahre Wiederbesiedlung unserer Mutterabtei

Duisburg-Hamborn. Vier Mitglieder haben die Sayner Tertiaren bei den Feierlichkeiten anlässlich des 60. Jahrestages der Wiederbesiedlung unserer Mutterabtei St. Johann in Duisburg-Hamborn vertreten. Die gemeinsame Teilnahme am Festgottesdienst im Chorgestühl der Abteikirche mit den Hamborner Tertiaren, Chorherren sowie mehreren Äbten weiterer Abteien des Ordens sowie unseres em. Generalabtes Thomas Handgrätinger unter der Leitung von Essens Bischof Franz-Josef Overbeck mit vielen Gästen sowie Freundinnen und Freunden der Abtei wird lange nachhallen. Im anschließenden Beisammensein wurden nicht nur alte Bekannt- und Freundschaften gepflegt, sondern auch neue geknüpft. Die Tertiaren wünschen ihrer Mutterabtei und allen, die in ihr und für sie wirken, Gottes reichen Segen für die kommende Zeit.

Regelmäßiges Treffen der Tertiaren diesmal in Kloster Altenberg bei Wetzlar – wieder historisch bedeutsam

Solms. Es ist ein früheres Kloster des Prämonstratenserordens, in dem zum regelmäßig angesetzten Kapitel die Tertiaren diesmal zum 2019-er-Treffen zusammentreten werden. Das Kloster birgt eine Verbindung zur Heiligen Elisabeth von Thüringen, deren Tochter Gertrud Magistra des Klosters war. Dieses war Tochterkloster der Abtei Rommersdorf (heute Neuwied), ein Nachbar der Abtei Sayn, dem Gründungsort der Tertiarengemeinschaft. Die Fürstenfamilie derer zu Sayn-Wittgenstein haben verwandtschaftliche Bindungen zur Heiligen Elisabeth und somit auch zu ihrer Tochter Gertrud, deren Grabtumba in der ehemaligen Klosterkirche in der Mitte des Chorraumes steht. Ein Arm-Reliquiar von ihr wurde dem Kloster Altenberg wohl von ihrer Tochter verehrt, der sich heute in der Sayner Schlosskapelle befindet. Eine Nachbildung des prächtigen gotischen „Altenberger Altares“ befindet sich heute in der ehemaligen Sayner Abteikirche, das Original befindet sich im Städel-Museum in Frankfurt/Main (hier im Internet). Kloster Altenberg beherbergt heute (August 2019) seit 2018 eine evangelische kirchliche Gemeinschaft, die sich dem klösterlichem Leben verschrieben hat und dem besonderen Ort somit ein angemessenes spirituelles Leben einhaucht. Die Tertiaren begrüßen dies und wünschen der Geistlichen Gemeinschaft Altenberg Gottes reichen Segen und gutes Gedeihen. Sie selbst werden sich diesmal in Altenberg zu den jährlichen Beratungen zusammenfinden; auch Neuaufnahmen sind geplant. Für das Kloster dürfte es ein historisch besonderes Ereignis sein, wenn wohl erstmals seit Auflösung des Klosters 1803 wieder Vertreter des Prämonstratenserordens eine reguläre Zusammenkunft in den Mauern haben.

Besondere Bedeutung für die Region Mittelrhein:

Nachfolger des heiligen Norbert legen Versprechen ab

Ein Ereignis mit für die ganze Region historischer Dimension fand am Pfingstwochenende in der Wülfersberg-Kapelle beim Neuwieder Stadtteil Gladbach in Rheinland-Pfalz, Bistum Trier, statt: Zum ersten Mal seit dem Jahr 1803 traten dort Menschen in der weißen Ordenskleidung des Prämonstratenser-Ordens zusammen, um Neuaufnahmen in ihre Gemeinschaft zu feiern. Drei Neumitglieder wurden mit dem Ordensgewand ausgestattet, fünf legten ihr feierliches Versprechen ab. Für die Region ist das mehr als ein internes Ereignis einer geschlossenen Gemeinschaft: Es festigt sich die Rückkehr einer Institution, die bis zur Zwangs-Auflösung ihrer Klöster zu Beginn des 19. Jahrhunderts über Jahrhunderte die ganze Region stark geprägt hat. Die Zerstörung zu napoleonischer Zeit war so gründlich, dass das Wissen über den Orden dort heute weithin verschüttet ist. Dabei gab es allein im Neuwieder Becken zuvor nicht nur viele landwirtschaftliche Höfe und Häuser im Besitz des Ordens, sondern mit Rommersdorf, Sayn und Wülfersberg ganze drei Klöster, etliche damit verbundene Klöster im Westerwald, an der Lahn, Mosel und in der Eifel. Das Nikolaus-Hospital in Andernach, die katholische Seelsorge in der neu gegründeten Stadt Neuwied waren unter ihrer Fittiche. Teile der Stadt stehen auf ehemaligem Land der Prämonstratenser, ebenso wie der Gottesacker der Herrenhuter Brüdergemeine oder die Burg Braunsberg zwischen Oberbieber und Anhausen. Ihre Besonderheit: Sie zogen sich nicht wie Mönche hinter die Klostermauer zurück, sondern nahmen Seelsorge in der Umgebung wahr. Der Neubeginn kam 2007, als der damalige Trierer Bischof Reinhard Marx in Sayn die neue Gemeinschaft des „Dritten Ordens“, Prämonstratenser-Tertiaren, einrichtete. Die Tertiaren leben nicht im Kloster. Ihre Mitglieder dürfen auch – anders, als die Chorherren des „Ersten Ordens“ und die Nonnen des „Zweiten Ordens“, heiraten, in Familien leben und unterschiedliche Berufe ausüben. Jedoch tritt ihre Gemeinschaft regelmäßig zusammen und die Mitglieder haben den Auftrag, im kirchlichen Leben mitzuwirken. Organisatorisch sind sie der Prämonstratenser-Abtei Hamborn zugeordnet, deren Abt der Prälat der Gemeinschaft ist. Gerade auch vor dem Hintergrund der aktuell stattfindenden Umorganisation der katholischen Kirche im Bistum Trier ist die Rückkehr des „weißen Ordens“ ein Fingerzeig für die Besinnung auf alte Stärken: Ordens-Gründer Norbert von Xanten begeisterte als Wanderprediger im Mittelalter Tausende Menschen, die sich in Scharen seiner Gemeinschaft anschlossen. Jetzt sind seine Nachfahren wieder da.

Tertiaren traten in der ehemaligen Abtei zusammen

Region Mittelrhein. Die Prämonstratenser waren über Jahrhunderte hier zu Hause – nun trafen sich ihre Tertiaren zum jährlichen Pfingstkonvent: Das Winterrefektorium der ehemaligen Abtei Rommersdorf im Neuwieder Stadtteil Heimbach-Weis ist nach einem ersten Start im vergangenen Jahr nun auch 2019 noch einmal Ort der Zusammenkunft der Gemeinschaft in den charakteristischen weißen Gewändern gewesen. Das Treffen im Vorjahr war dort die erste formelle Prämonstratenser-Zusammenkunft seit der Zwangs-Auflösung der Abtei 1803. Mit früher zahlreichen Liegenschaften in der Region bis nach Hessen, mehreren Tochterklöstern sowie der Seelsorge hat der Orden die Region nicht nur um und in Neuwied lange geprägt. Teile der Stadt selbst liegen auf ehemaligem Besitz des Klosters. Zur wachsenden Gemeinschaft der Tertiaren aus ganz Deutschland, neben Chorherren und Prämonstratenserinnen der dritte Zweig des Ordens, können auch Verheiratete gehören, die nicht gemeinsam in Klöstern leben. Auf der Tagesordnung der Zusammenkunft standen Neuaufnahmen und sogenannte Einkleidungen, bei denen Neumitglieder feierlich ihr Ordenskleid erhalten. Für Besucher der historischen Bauten, für die an diesem Tag die Räume des Klausurbereiches rund um den Kreuzgang geöffnet waren, gab es bemerkenswerte Begegnungen, als in den Pausen oder zu Stundengebeten die Ordensleute im weißen Habit anzutreffen und auch ansprechbar waren.

Einige der Tertiaren, die Pfingsten 2019 in der ehemaligen Abtei Rommersdorf zusammentraten.

Andrang beim „weißen Orden“ in der Abtei Rommersdorf

„Wie schön, dass die alte Abtei auch wieder in der Weise erlebt werden kann, für die sie viele hundert Jahre bestanden hat“, so der vielfach gehörte Kommentar der zahlreichen Teilnehmenden der Besinnung am Karfreitag, zu der der „weiße Orden“ der Prämonstratenser, vertreten durch seine Tertiaren, gemeinsam mit Pfadfindern der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg eingeladen hatte.

Neuwied. Der Orden hatte die Abtei bis zur Zwangsauflösung 1803 über Jahrhunderte besiedelt und war in der Seelsorge und als Arbeitgeber in der gesamten Region aktiv. Seit einigen Jahren ist er mit seinen Tertiaren wieder zurück. „Uns ging es darum, für alle Besucher die Kar- und Ostertage besonders erlebbar zu machen“, erklären die Prämonstratenser-Tertiaren in den charakteristischen weißen Ordenskleidern ihr Ansinnen, „und wir freuen uns, dass selbst der Chorraum der alten Abteikirche dabei die hohe Zahl der Teilnehmer nicht fassen konnte.“

Die Ergebnisse in Form schriftlicher Gedanken der Teilnehmer können Rommersdorf-Besucher in den kommenden Wochen noch in der neuen Marien-Kapelle besichtigen.

Andrang herrschte in der Abtei am Karfreitag mal nicht für Theater, Konzert oder Ausstellung, sondern in Sachen Jesus Christus. Foto: PH


Gen­era­l­kapitel 2018  wählt  Jos Wouters zum neuen  Generalabt

Gesamtorden. Vom 21. Juli bis zum 4. Aug­ust 2018 tag­te das Gen­era­l­kapitel des Pr­ä­mon­straten­ser-Or­d­e­ns im ehe­mal­ig­en Aug­us­ti­ner-Chorher­ren Sti­ft Kl­osterrath/​Rol­duc NL. Di­eses ehe­mal­ige Kl­oster ist he­ute ein be­deut­en­des Tag­ungs­ze­n­tr­um und hat für den Or­d­en auch eine his­torisc­he Be­deut­ung: hier leb­te der Hl. Norb­ert einige Zeit auf seiner Suc­he nach sein­em Lebe­n­sw­eg, hier lern­te er die Aug­us­ti­nus-Reg­el ken­n­en. Kl­osterrath war ein be­deut­en­des Re­form-Ze­n­tr­um der Greg­ori­a­nisc­hen Kirc­hen­re­form. In di­esem Kl­oster ere­ig­ne­te sich auch das sog­ena­nn­te „Spin­n­enw­un­der“: wäh­r­end der Hl. Me­sse fiel eine Spin­ne in den Me­ßkelch des Hl. Norb­ert. To­d­e­sm­ut­ig tr­a­nk er den ko­n­sekrier­ten Wein mit der Spin­ne, denn dama­ls dac­hte man, alle Spin­n­en se­i­en gi­ftig, aber dem Hl. Norb­ert ge­schah nic­hts, so daß man an ein Wun­der gl­aub­te. Das Gen­era­l­kapitel be­fas­ste sich haup­tsächl­ich mit der Ver­ab­schie­dung der neuen Ko­n­s­ti­tut­i­o­nen, aber nat­ürl­ich auch mit dem Zu­standsberic­ht des Or­d­e­ns, den Gen­era­l­abt Thomas Ha­n­dgräti­nger vor­tr­ug. Am 27. Juli dann wähl­te die Versam­m­l­ung den Belgier Abt Jos Wo­ut­ers von der Ab­t­ei Averb­o­de zum neuen Gen­era­l­abt.

Bericht des Generalabtes Thomas Handgrätinger zum Generalkapitel 2018: hier.

Nach über 200 Jahren wieder in der Region präsent: Prämonstratenser finden in Sayn und Neuwied neue Mitglieder

Kreis Neuwied/Kreis MYK. Sie waren viele Hundert Jahre in der Region von zentraler Bedeutung, dann kam 1803 das Aus: Die Prämonstratenser sind nach über 200 Jahren Abwesenheit wieder in der Region! Es war eine riesige Bewegung, die in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts Ernst machen wollte mit dem Anspruch Jesu Christi, ihm nachzufolgen: Nicht wie die meisten Mönchsgemeinschaften abgeschieden von den Menschen hinter Mauern betend oder wie reiche Fürsten herrschend wollten sie sein, sondern zwar in Gemeinschaft, aber mit Außenwirkung Gott suchen und seine Botschaft unter den Menschen verkünden: Die Mitglieder verschiedener Reform-Initiativen. Wie stark diese Ideen aufgenommen wurden, zeigt der Erfolg einer der größten dieser Bewegungen: Der Chorherren-Orden der Prämonstratenser. Benannt nach ihrer ersten Kloster-Niederlassung in Premontre bei Laon, sind sie auch unter dem Namen ihres Gründers Norbert von Xanten als Norbertiner bekannt. Bis zu 600 Ordensniederlassungen gründeten sich innerhalb weniger Jahre. Ein Jahr nach dem Tode des Heiligen, der es zuletzt bis auf den Stuhl des Bischofs von Magdeburg gebracht hatte, kamen 1135 die ersten Prämonstratenser in ihren weißen Ordenskleidern auch zu uns: Sie übernahmen eine von Mönchen verlassene Kloster-Baustelle Rommersdorf beim heutigen Neuwieder Stadtteil Heimbach-Weis, wo der Adelige Reginbold von Isenburg seinen Herrenhof gestiftet hatte. Als regelrechte Pioniere machten sie aus der Bauruine ein prächtiges Kloster, von hier gingen zahlreiche Tochter-Gründungen aus. Auch die dem Kloster benachbarte Wülfersberg-Kapelle bei Gladbach zeugt von einem einstigen Tochterkloster. Da es ein wesentliches Kennzeichen des Ordens war, Seelsorge und Ausbildung unter den Menschen zu betreiben, betreuten die Prämonstratenser bald kirchlich weite Teile der Region, auch in Neuwied, wo die beiden Abteien Sayn und Rommersdorf auch Besitz hatten. Denn auch die Sayner Grafen hatten sich Prämonstratenser ins Land geholt, die am Fuße ihrer Burg im Brexbachtal eine Abtei aufbauten. Erste Einbrüche brachte die Reformation: Sie verdrängte den katholischen Orden aus den Gebieten reformierter Herrschaften. Kurios: Im wiedischen evangelischen Oberbieber betreuten die Prämonstratenser noch einige Jahre die Nikolaus-Kapelle, bis der Graf zu Wied das Gotteshaus gegen Rechte in St. Sebastian eintauschte. Die „Abtsmühle“ am Ort des heutigen Reitzentrums im Aubachtal jedoch blieb bis zum Ende Prämonstratenser-Eigentum. Dieses Ende kam unter Napoleon: Auch Rommersdorf und Sayn wurden zwangsweise geschlossen, um den Besitz an Verbündete weltliche Herren des Franzosenkaisers zu schlagen. Die Prämonstratenser verschwanden, Rommersdorf wurde Herrengut, die Kirche verfiel, Sayn wurde Pfarrkirche und Schule. 2007 setzte der Orden jedoch wieder erste Schritte: Am Ort der ehemaligen Abtei Sayn gründete sich eine Gruppe von an die Abtei in Duisburg-Hamborn angelehnten Prämonstratensern. Diese sogenannten „Tertiaren“ bilden sich aus Frauen und Männern, ledig oder verheiratet, mit weltlichen oder kirchlichen Berufen. Sie treffen sich zu gemeinsamen Zusammenkünften und Gebet, leben aber nicht in klösterlicher Gemeinschaft, sondern an verschiedenen Orten in Deutschland und sogar Großbritannien. Sie alle haben sich dem kirchlichen Einsatz verschrieben. Nachdem sich jetzt auch aus Neuwied Interessierte gefunden haben, will sich die Gruppe regional auch stärker vor Ort engagieren: „Wir können uns vorstellen, dass wir hier und da in den Gemeinden unterstützen“, so Werner Hallerbach, der als Diakon im Ruhestand zum Orden mit den weißen Gewändern gehört. „Die Lebensform, als Mitglied des Ordens unter den Menschen zu leben, scheint attraktiver zu werden“, erklärt sich Hallerbach das Interesse.
Informationen bietet die Gemeinschaft im Internet unter der Adresse praemonstratenser-tertiaren.de.