Aktuelles

Lesen Sie auf dieser Seite mehr über Ereignisse und Aktivitäten sowie Themen der Prämonstratenser-Tertiaren.

Prämonstratenser segnen Johanniswein
in der ehemaligen Abtei

Region Mittelrhein. Ein besonderes weihnachtliches Erlebnis bieten die Prämonstratenser-Tertiaren am „dritten Weihnachtstag“, dem Festtag des Evangelisten Johannes, in der ehemaligen Prämonstratenserabtei Rommersdorf im Neuwieder Stadtteil Heimbach-Weis mit Unterstützung der Abtei-Rommersdorf-Stiftung an: Ab 17 Uhr werden sie in der ehemaligen Abteikirche eine Johanniswein-Segnung durchführen. Anlass ist die besondere Beziehung der früheren Abtei zur Gestalt des Evangelisten Johannes, dem die Kirche neben der Gottesmutter Maria geweiht war: Der Konvent führte deshalb den sogenannten „Johanneskelch“ als Wappen. Nun greifen die Prämonstratenser-Tertiaren erstmals die Tradition des Johanniswein-Segnens auf: Sie basiert auf der Legende, der Evangelist habe einen Becher vergifteten Weines gesegnet, worauf er seine tödliche Wirkung verloren habe.

„Den Johanniswein haben die Menschen früher im Volksglauben als heilend bei Krankheiten oder wirksam gegen schlechte Einflüsse angesehen. Aber natürlich wird der Wein kein Zaubertrank. Leitmotiv der Segnung ist der Dank für Gottes reiche Schöpfung. Außerdem ist ja Wein für Christen ein wichtiges Zeichen. Wein weckt außerdem Freude und fördert die Gemeinschaft“, erklären die Prämonstratenser. Sie selbst möchten den Menschen mit dem Angebot „eine etwas andere Weihnachtsfreude machen und in einer Zeit, in der viele Inhalte der Weihnacht oft eingefahren und abgedroschen erscheinen, einen anderen Blickwinkel ermöglichen“.

Besichtigt werden kann außerdem die besondere Weihnachtskrippe im Seitenschiff der Kirche. Hier brennt das Original-Friedenslicht aus Bethlehem. Wer es mit nachhause nehmen möchte, sollte eine Kerzenlaterne mitbringen.

Eingeladen zur Teilnahme sind alle Interessierten. „Wer seinen eigenen Wein – in Mengen für den persönlichen Gebrauch – segnen lassen möchte, kann ihn gerne dazu mitbringen“, bieten die Ordensmitglieder an. Und wer ein passendes Trinkgefäß mitbringe, sei eingeladen, auch direkt vor Ort vom Orden gestellten Wein gemeinsam im Gespräch zu genießen – „solange der kleine Vorrat reicht“.

<-

Die Weihnacht hat besondere Bedeutung für uns!

Tertiaren-Gemeinschaft. Der Präses der Prämonstratenser-Tertiaren, Professor Dr. Peter Ling, wendet sich mit einer besonderen Botschaft vor Weihnachten an die Tertiarengemeinschaft und ihre Freunde: „Die Weihnacht hat nicht allein wegen ihrer eigentlichen Aussage eine besondere Bedeutung für den Prämonstratenserorden, sondern auch aus einem weiteren Grund: Gemeinsam mit 13 Gefährten legte Ordensgründer Norbert von Xanten am Weihnachtstag 1121 die Gelübde ab. Viele Verbindungslinien bestehen also zwischen der Geburt Christi und der Geburt eines neuen Ordens, der allein durch seinen Gründer den kirchlichen Realitäten alles andere als unkritisch gegenüberstehend gesehen werden darf. Ein Element, das diesen Orden gerade heute vielleicht notwendiger macht denn je. Denn er wird so zu einem besonders glaubwürdigen Ansprechpartner in Sachen Reform der Kirche.“ In diesem Geiste sei die Weihnachtsbotschaft als besondere Ermutigung, aber auch Aufforderung für Prämonstratenser zu sehen. „In diesem Sinne wünsche ich unserer Gemeinschaft und dem gesamten Prämonstratenserorden Gottes Segen und segensreiches Wirken im neuen Kirchenjahr.“ (fh)

<-

Martinus-Pilgerweg:
Eröffnung am Tag der Einheit

Kreis und Stadt Neuwied. Am 3. Oktober 2017 wurde der Sankt-Martins-Pilgerweg, der die beiden Martinskirchen in Linz und in Neuwied-Engers miteinander verbindet und auch Prämonstratenser-Stätten einbezieht, eröffnet. Der Dekanatsrat, das höchste Laiengremium im Dekanat Rhein-Wied des katholischen Bistums Trier, hat die Einrichtung des Pilgerweges mit einer eigenen Projektgruppe begleitet und plant auch zukünftig mit Angeboten für den und auf dem neuen Pilgerweg aufzuwarten.
„Wir waren seit dem Start des Dekanatsrates im Jahr 2016 fasziniert von der Idee der Projekt-Pilgergruppe, die den Weg in tiefgreifender Vorbereitung entwickelt hat und der nun unter dem Dach des Dekanates realisiert wird. Vor allem die große Vielfalt für Menschen, die auf diesem rund 40 Kilometer langem Weg oder auf Teilstücken spirituelle Impulse allein oder gemeinsam suchen, fasziniert. Viele Anregungen wollen bei der Suche nach Glück, Sinn und Lebensqualität helfen“, heißt es aus dem Dekanatsrats-Vorstand. „Prämonstratenser-Stätten“ wie die ehemalige Abtei Rommersdorf, das Kloster Wülfersberg oder der Bereich der Klostermühle und der Nikolauskapelle in Neuwied-Oberbieber werden vom Pilgerweg gestreift.
Informationen über den Pilgerweg gibt es im Internet unter der Adresse www.martinsweg-am-mittelrhein.de.

<-

Der Abteigründung vor 900 Jahren gedacht

Neuwied. In einem Festgottesdienst zum Erntedank der Pfarreiengemeinschaft Heimbach/Gladbach in der ehemaligen Prämonstratenserabtei Rommersdorf beim Neuwieder Stadtteil Heimbach-Weis wurde auch der Abteigründung vor nunmehr 900 Jahren gedacht. Zunächst hatten damals Benediktinermönche aus Allerheiligen bei Schaffhausen den Ort besiedelt. Daher feierte ein Benediktinerpater der Abtei Tholey den Gottesdienst mit. Ab 1135 kamen dann bis 1803 Prämonstratenser, die auch der gesamten Region ihren Stempel aufdrückten.  Daher vertraten auf Einladung von Pfarrer Christ die Tertiaren den Prämonstratenserorden mit drei Vertretern. Ihr Alt-Präses, Diakon Werner Hallerbach, feierte ebenfalls, ausgestattet mit historischen Original-Messgewändern der ehemaligen Abtei, mit.

<-

Gottfriedfest 2017 in Ilbenstadt: Neue
Mitglieder, Aufbau und Weiterentwicklung

Ilbenstadt (Niddatal). Eine Tradition, die trotz oder gerade wegen ihrer langen Geschichte Antworten auf die Fragen der Zeit liefert, berührende und Kraft gebende Gottesdienste sowie ein inhaltlich tiefgreifender Austausch der anwesenden Prämonstratenser: Das ist das Fazit des Gottfriedfestes 2017 aus Sicht der Prämonstratenser-Tertiaren.
Neben einem ausdrücklichen Lob an die Aktiven der Pfarrgemeinde für die beeindruckende Organisation der Festlichkeiten rund um den 1. Septembersonntag konnte sich Tertiaren-Präses Professor Peter Ling auch für hochrangige Präsenz des Prämonstratenserordens bedanken: Generalabt Thomas Handgrätinger aus Rom und Abt Albert Dölken von der Abtei Hamborn, Prälat der Tertiaren, sowie weitere Chorherren waren ebenfalls zu den Feiern angereist und beteiligten sich am Kapitel der Tertiaren.
Dabei wurden Zukunftsfragen besprochen: Die Regelung der Zusammenarbeit in einer wachsenden Gemeinschaft war ebenso Thema wie die Betätigungsfelder der nächsten Zeit und die Beziehungen zum Gesamtorden. An allen Punkten stehen die Zeichen auf „Aufbau“ und „Weiterentwicklung“. So konnten anlässlich des Festes auch zwei neue Mitglieder feierlich in den Kreis der Tertiaren aufgenommen werden. „Eine Entwicklung, die Mut macht zum Weitermachen“ – das war auch allgemeiner Konsenz unter den versammelten Ordensmitgliedern.

Das Gottfriedfest am 1. Sonntag im September findet statt zur Feier der Rückführung der Reliquie des heiligen Gottfried von Cappenberg im Jahre 1911. Da der Heilige ein echter Prämonstratenser-Heiliger ist, nehmen die Prämonstratenser-Tertiaren auf Einladung der Pfarrgemeinde Sankt Maria, Peter und Paul gern an den Feiern teil. Der Termin ist zum festen Treffen der Tertiaren im Jahr geworden.

Erinnerungsfoto vom Gottfriedfest 2017: Prämonstratenser-Tertiaren mit ihrem Prälaten, Abt Albert Dölken (re.), dem  Chorherrn P. Augustinus aus dem Stift Wilten (2. v. li.), zwei tschechischen Schwestern sowie dem Pfarrer von Ilbenstadt  und dem Generalabt des Prämonstratenserordens, P. Thomas Handgrätinger (Obere Reihe Mitte) im Chorraum der ehemaligen Abteikirche am Gottfried-Reliquiar (im Vordergrund).

Foto: Festlicher Fahnenschmuck zum Gottfriedfest 2017.

<-

Eingeladen zum Abtei-Gründungsgedenken

Neuwied. Die Pfarreiengemeinschaft Neuwied Heimbach-Engers feiert am Sonntag, 24. September 2017, in der ehemaligen Prämonstratenser-Abtei Rommersdorf ihr diesjähriges Pfarrfest mit Erntedank („Rommersdorfer Kirmes“). Der Förderverein  der Abtei feiert in diesem Zusammenhang die erste Gründung der Abtei durch die Benediktiner vor 900 Jahren. Sie haben mit dem Aufbau begonnen, haben ihn aber nicht vollendet, weil die Lebensbedingungen für sie nicht ideal waren. 900 Jahre sind natürlich ein Grund zu feiern, Förderverein und Pfarrei laden zum Familiengottesdienst ein.

Ein Vertreter der Benediktiner-Abtei Tholey an der Saar wird am Gottesdienst teilnehmen. Ebenso hat man die Prämonstratenser-Tertiaren eingeladen. Da Spiritual Pater Norbert in dieser Zeit in Urlaub ist,  wird nun Alt-Präses Diakon Werner Hallerbach assistieren, wie er es 1985 bei der 850-Jahr-Feier der Prämonstratenserabtei bei Bischof Hermann-Josef Spital getan hat. Die Festmesse unter benediktinischer sowie prämonstratensischer Teilnahme – in dieser Zusammensetzung eine Besonderheit – in der Abteikirche beginnt um 10.30 Uhr.

Vor 900 Jahren erstmals gegründet: Abtei Rommersdorf.

Die Salvator-Figur auf einem Brunnen begrüßt die Besucher der ehemaligen Prämonstratenser-Abtei Rommersdorf mit eindrucksvollen Zeichen – schließlich bietet hier der Brunnen lebensspendendes Wasser und Jesus seinen Segen. (Foto: fh)

<-

Gottfriedfest in Ilbenstadt

Ilbenstadt. Die Pfarrgemeinde Sankt Maria, Peter und Paul mit Pfarrer Bernd Richardt, die Prämonstratenser-Tertiaren Sayn mit Generalabt Thomas Handgrätinger, Rom, und Abt Albert Dölken, Hamborn, laden ein zum Gottfriedfest am 3. September 2017 zu Ilbenstadt und zum zehnjährigen Bestehen der Prämonstratensergemeinschaft Sayn in Ilbenstadt.
Beginn ist in der Pfarrkirche, ehemalige Abteikirche Maria, St. Petrus und Paulus, mit der Laudes um 8 Uhr, Ende nach der Lichterprozession gegen 20.30 Uhr.

<-

Die Laudes in Gladbach

Neuwied-Gladbach. Seit einigen Jahren schon hat sich in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt im Neuwieder Stadtteil Gladbach ein festes Tagzeitengebet etabliert: Jeden Donnerstag ab 9 Uhr trifft sich hier ein „harter Kern“ aus Gemeindemitgliedern und gelegentlich auch Gästen und unregelmäßigen Teilnehmenden sowie Prämonstratenser-Tertiaren zur Laudes . Ins Leben gerufen hat diese fest etablierte Runde, die auch ein Angebot an alle Interessierten ist, jederzeit hinzuzustoßen, Küsterin Monika Gerhards.

„Die Beteiligung an der Laudes gibt mir viel – besonders nach einer tiefgreifenden Trauererfahrung war das so“, so eine der Teilnehmerinnen. „Ich bin einfach mal hinzugestoßen, nachdem ich von dem Angebot erfahren habe“, berichtet ein weiterer Teilnehmer, „und es war eine wunderbare Erfahrung, hier einfach sofort in die Runde aufgenommen gewesen zu sein und gemeinsam Gott zu loben. “ Unterstützt wird die Laudes durch die regelmäßige Beteiligung von in der Umgebung niedergelassenen Prämonstratenser-Tertiaren, die ebenfalls herzlich zum Mitmachen einladen.

<-

Tertiaren besuchen ehemalige
Prämonstratenser-Abtei Rommersdorf

Neuwied/Rhein. Mitglieder der Prämonstratenser-Tertiaren besuchten im Sommer 2017 unter der Leitung von Alt-Präses Diakon Werner Hallerbach die ehemalige Prämonstratenser-Abtei Rommersdorf im Neuwieder Stadtteil Heimbach-Weis.

Die heute restaurierte Westfassade der ehemaligen Abteikirche der Prämonstratenser-Abtei Rommersdorf (Foto: fh).

Die Abtei machte die Region gemeinsam mit ihrer kaum einen Kilometer benachbarten Tochter, dem Kloster Wülfersberg bei Gladbach, sowie dem Gründungsort der Tertiaren, der Abtei Sayn in nur wenigen Kilometern Entfernung, einst regelrecht zum „Prämonstratenser-Land“.

Historisches Foto: Das barocke Westtor der Rommersdorfer Klostermauer. Die Figuren stehen heute restauriert in der Kirche.

Der Geschäftsführer der Abtei-Rommersdorf-Stiftung, Dr. Reinhard Lahr, empfing die Tertiaren-Delegation zum Gespräch über die Entwicklung der Instandsetzung und -haltung der historischen Abtei und der 10-jährigen Geschichte der Prämonstratenser-Tertiaren mit Wurzeln in der Region. Die mögliche Rolle der Tertiaren als neuem Bindeglied der alten Abtei zum Prämonstratenserorden weckte bei allen Gesprächsteilnehmern Interesse. Ausblick war eine Einladung der Tertiaren zur Teilnahme an den Feierlichkeiten zur Wiederkehr der ersten Abteigründung 1117, damals zunächst besiedelt durch Benediktiner aus Schaffhausen, die den Ort aber nach wenigen Jahren verließen. Es waren dann Prämonstratenser aus Floreffe, die für einen erfolgreichen Neuanfang und ein jahrhundertelanges Wirken mit überregionaler Bedeutung sorgten. Das Ende des Stiftslebens kam 1803 mit der zwangsweisen Auflösung durch den Reichsdeputationshauptschluss. Seit den 70er Jahren kümmert sich eine Bürgerinitiative um den Erhalt der Abteigebäude und deren Nutzung als Archiv sowie als Veranstaltungsort. Besuche von Vertretern des Prämonstratenserordens gab es bereits, so war das Juniortreffen der Prämonstratenser in Sayn Anfang September 2013 auch zu Besuch im benachbarten Rommersdorf – mit Prälat Albert Thomas Dölken von Hamborn sowie Generalabt Thomas Handgrätinger. Auch 1985 kamen Prämonstratenser aus Averbode in Belgien zur 875-Jahr-Feier.

Die Ökonomiebereiche werden weiterhin getrennt davon landwirtschaftlich betrieben. Im September sind die Tertiaren eingeladen, am Festgottesdienst zu Erntedank in der ehemaligen Abteikirche mit Vertretern des Benediktinerordens und des Bistumsklerus teilzunehmen.

Mehr über Rommersdorf finden Sie hier und hier.

<-

Nach über 200 Jahren jetzt zehn Jahre
zurück im Bistum Trier


War 2007 Gründungsort der Tertiaren: Die ehemalige
Prämonstratenserabtei Sayn im Brexbachtal
in Bendorf-Sayn.

Bistum Trier. Sie waren viele Hundert Jahre weit über ihre Region hinaus von zentraler Bedeutung, dann kam 1803 das Aus: Erst 2007 gründeten die Prämonstratenser wieder eine neue Gemeinschaft am Mittelrhein, zunächst am Standort der ehemaligen Abtei Sayn in Bendorf-Sayn, Kreis Mayen-Koblenz. Die Prämonstratenser sind damit im Jahre 2017 gerade zehn Jahre nach über 200 Jahren Abwesenheit wieder in der Region. Mittlerweile kommen die Bewerber aus ganz Deutschland.

Es war eine riesige Bewegung, die in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts Ernst machen wollte mit dem Aufruf Jesu Christi, ihm nachzufolgen: Nicht wie die meisten Mönchsgemeinschaften abgeschieden von den Menschen hinter Mauern betend oder wie reiche Fürsten herrschend wollten sie sein, sondern zwar in Gemeinschaft, aber mit Außenwirkung Gott suchen und seine Botschaft unter den Menschen verkünden: Die Mitglieder verschiedener Reform-Initiativen. Wie stark diese Ideen aufgenommen wurden, zeigt der Erfolg einer der größten dieser Bewegungen: Der Chorherren-Orden der Prämonstratenser.

Gemeinschaft wuchs rasant
Benannt nach ihrer ersten Kloster-Niederlassung in Prémontré bei Laon, sind sie auch unter dem Namen ihres Gründers Norbert von Xanten als „Norbertiner“ bekannt. Die Gemeinschaft wuchs rasant: Bis zu 600 Ordensniederlassungen gründeten sich innerhalb weniger Jahre. Ein Jahr nach dem Tode des Heiligen, der es zuletzt bis auf den Stuhl des Erzbischofs von Magdeburg gebracht hatte, kamen 1135 die ersten Prämonstratenser in ihren markanten weißen Ordenskleidern auch an den Mittelrhein: Sie übernahmen die von Mönchen begonnene, aber verlassene Kloster-Baustelle Rommersdorf beim heutigen Neuwieder Stadtteil Heimbach-Weis, wo der erbenlose Adelige Reginbold von Isenburg seinen Herrenhof gestiftet hatte.

Als regelrechte Pioniere machten sie aus der Bauruine ein prächtiges Kloster, von hier gingen zahlreiche Tochter-Gründungen aus. Auch die dem Kloster benachbarte Wülfersberg-Kapelle bei Gladbach zeugt von einem einstigen Tochterkloster für Prämonstratenserinnen.

Da es ein wesentliches Kennzeichen des Ordens war, Seelsorge und Ausbildung unter den Menschen zu betreiben, betreuten die Prämonstratenser bald kirchlich weite Teile der Region. Auch in Neuwied, wo ihre beiden Abteien Sayn und Rommersdorf auch Besitz hatten, und im Kreis Mayen-Koblenz und auch bis hinein nach Hessen. Denn auch die Sayner Grafen hatten sich Prämonstratenser ins Land geholt, die am Fuße ihrer Burg im Brexbachtal eine Abtei aufbauten.

Wirken des Ordens war verschüttet
Erste Einbrüche brachte die Reformation: Sie verdrängte den katholischen Orden aus den Gebieten reformierter Herrschaften. Kurios: Im wiedischen evangelischen Oberbieber betreuten die Rommersdorfer Prämonstratenser noch einige Jahre die Nikolaus-Kapelle, bis der Graf zu Wied das Gotteshaus gegen Rechte im nahen St. Sebastian am Rhein eintauschte. Die „Abtsnothmühle“ am Ort des heutigen Reitzentrums im Aubachtal bei Oberbieber jedoch blieb bis zur Zwangs-Auflösung Prämonstratenser-Eigentum. Dieses Ende kam unter Napoleon: Auch Rommersdorf und Sayn wurden zwangsweise geschlossen, um den Besitz an verbündete weltliche Herren des Franzosenkaisers zu schlagen. Die Prämonstratenser verschwanden, Rommersdorf wurde Herrengut, die Kirche verfiel, Sayn wurde Pfarrkirche und Schule. Das Wissen um das Wirken des Ordens verschüttete, nur nebulös hörte man hier und da, einst hätten „Mönche“ in der Region gewirkt – grundfalsch, da die Prämonstratenser ja keine Mönche waren.

Vor nunmehr genau zehn Jahren 2007 setzte der Orden jedoch im Bistum Trier wieder erste Schritte: Am Ort der ehemaligen Abtei Sayn gründete sich eine Gruppe von an die von Prämonstratensern besiedelte Abtei in Duisburg-Hamborn angelehnten Prämonstratensern. Diese sogenannten „Tertiaren“ bilden sich aus Frauen und Männern, ledig oder verheiratet, mit weltlichen oder kirchlichen Berufen. Sie kommen zu Austausch, Beratung und Gebet zusammen, leben aber nicht in klösterlicher Gemeinschaft, sondern an verschiedenen Orten in Deutschland und sogar Großbritannien. Sie alle haben sich dem kirchlichen Einsatz verschrieben.

Lebensform scheint attraktiver zu werden
Nachdem sich immer wieder Interessierte auch aus dem Bistum Trier gefunden haben, will sich die Gruppe auch stärker vor Ort engagieren: „Wir können, wo gewünscht, in den Gemeinden an bestimmten Orten unterstützen, gerade wo nun im Bistum Trier neue Strukturen entstehen“, so Werner Hallerbach, der als Diakon im Ruhestand zum Orden mit den weißen Gewändern gehört. „Die Lebensform, als Mitglied des Ordens unter den Menschen zu leben, scheint attraktiver zu werden“, erklärt sich Hallerbach das Interesse. Der Prämonstratenser weiter: „Am Vorabend des Festes unseres Ordensgründers, des Heiligen Norbert, am 6. Juni konnten wir drei Bewerber begrüßen und unsere zehnjährige Gründung gemeinsam feiern.“

Informationen bietet die Gemeinschaft im Internet unter der Adresse praemonstratenser.tertiaren.de.

<-

Zum zehnjährigen Gründungsfest Bewerber
und Interessierte vorgestellt

Hannover. Im Café Tabor in der Innenstadt von Hannover traten die Prämonstratenser-Tertiaren am Pfingstmontag 2017 zum zehnjährigen Gründungsfest zusammen. Präses Peter Ling stand er Versammlung vor. Er überbrachte die Grüße von Abt Albert aus der Mutterabtei Hamborn sowie die der entschuldigten Tertiaren. Die Tertiaren sprachen miteinander über die Orte und die Finanzierung der künftigen Zusammenkünfte – im nächsten Jahr soll das Treffen der Tertiaren in Neuwied am Rhein stattfinden –, das Gottfriedfest in Ilbenstadt 2017. Altpräses und Diakon Bruder Werner Hallerbach umrahmte die Runde mit einem spirituellen Impuls.

Besonders erfreulich gestaltete sich die Vorstellung von Bewerbern für die Mitgliedschaft, außerdem konnte eine Interessentin herzlich begrüßt werden, die sich mit diesem ersten umfangreicheren Kontakt ein erstes Bild von den Mitgliedern der Gemeinschaft und vom Zusammenwirken der Tertiaren machen konnte.

Präses Peter Ling dankte der Bildungseinrichtung der Diözese Hildesheim und den Schwestern der Congregatio Jesu (CJ) in Hannover, denen die Nutzung des Café Tabor und der Kapelle der Schwestern zu verdanken war.

Den gottesdienstlichen Rahmen bildete die gemeinsame Norbert-Vesper der Tertiaren in der Kapelle der CJ-Schwestern und der Gottesdienst mit Probst Martin Tenge und den Schwestern der CJ Hannover. Ihren Ausklang fand die Zusammenkunft gemeinsam mit den CJ-Schwestern am Abend im Restaurant „Symposion“.


Erinnerungsfoto: Einige der Tertiaren mit Gästen vor der Kapelle.

<-

Kar-Kreuzweg in der alten Abtei erlebt –
gemeinsam mit Prämonstratensern

Oberbieber/Rommersdorf. Alte enge Beziehungen bestehen zwischen den Orten der Neuwieder Pfarrei St. Bonifatius und der ehemaligen Prämonstratenser-Abtei Rommerdorf im Neuwieder Stadtteil Heimbach-Weis: Vor der Reformation bestritten die Prämonstratenser die Seelsorge und Schule in der Region, unterhielten auch danach noch die Abtsmühle im Aubachtal. Von daher ist es für die Georgs-Pfadfinder des Stammes St. Bonifatius aus Neuwied-Oberbieber schon eine regelrechte Tradition, manchmal am Karfreitag einen Pfadfinder-Kreuzweg im Klausurbereich der alten Abtei Rommersdorf zu erleben. Im Jahr 2017 war der ganz besonders unterstützt: Erstmals (wahrscheinlich seit der zwangsweisen Auflösung der Abtei 1803) waren Prämonstratenser dabei: Mit Hildegard Spittmann und Diakon Werner Hallerbach begleiteten Vertreter der Prämonstratenser-Tertiaren-Gemeinschaft, seit 2007 wieder in der Region aktiv, die Karfreitagsrunde um den Alt-Kuraten der Pfadfinder, Frank Hachemer. Ein eindrucksvolles Karfreitags-Erlebnis pfadfinderischer Spiritualität, das schon Wünsche nach einer Wiederholung im nächsten Jahr hervorrief.

Der Kreuzweg startete im Kreuzgang-Garten der ehemaligen Abtei  (Foto: J. Friedmann).

<-

Gemeinsame Komplet

Hannover. Zum Beginn der österlichen Bußzeit beginnt auch ein neues geistliches Angebot in der Herz-Jesu-Kapelle: In Kooperation mit den Brüdern der Prämonstratenser-Tertiaren bieten die Schwestern der Congregatio Jesu (CJ)  in Hannover eine gemeinsame Komplet an.

Diese beginnt gegen 19.15 Uhr, mit einer Pause zur abendlichen Eucharistiefeier. Die Gesänge und Gebete der Komplet sind einfach und wollen in die Nachtruhe einführen. Innerhalb der Komplet lesen wir die Apostelgeschichte, jeweils einen einzelnen Abschnitt. So gehen wir auf Entdeckungsreise mit den Aposteln und den ersten Christen.

Herzliche Einladung an alle, auch an Christinnen und Christen anderer Konfessionen! Die Komplet versteht sich bewusst ökumenisch. <-

 

Dritter Orden der Prämonstratenser / Communitas Tertiarii Saecularis