So leben wir: Spiritualität der drei Säulen

Drei Säulen tragen das Leben und  die Spiritualität der Prämonstratenser-Tertiaren auf der Suche nach Gott:
Communio,
Contemplatio,
Actio.

IMG_0701Communio: „Gemeinschaft” heißt, in besonderer Weise geistlich miteinander verbunden zu sein. Wir kommen zusammen, um zu beten, Gott zu suchen, uns auszutauschen  und in den verschiedenen Situationen des Lebens Leid und Freude miteinander zu teilen.

IMG_1673Comtemplatio: „Besinnung“ heißt, durch das tägliche Beten und Meditieren uns die Beziehung zu Gott  immer wieder vor Augen zu führen und zu leben.
Die Feier der Eucharistie bildet dabei den Mittelpunkt. Hier findet die Begegnung mit Jesus Christus als Mitte unserer Gemeinschaft statt.

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Actio: „Handeln“ heißt, tätig zu sein im kirchlichen Dienst und privaten Umfeld. Als Tertiaren des Heiligen Norbert sind wir immer wieder Seelsorger im Kleinen und Alltäglichen: durch Zuhören und Austauschen nehmen wir am Leben unserer Mitmenschen Anteil. Wo wir unseren Mitmenschen durch Taten helfen können, tun wir dies. Viele unserer Mitglieder haben dies bewusst als Prämonstratenser institutionalisiert, zum Beispiel durch Aktivität im Rettungsdienst, bei der Feuerwehr, in der Seelsorge und kirchlichen Jugendarbeit.

Unterstützung, wo gewünscht

Wir sind Gesprächspartner, Zuhörer, Ratgeber und Berater, Helfer, Unterstützer, wo immer dies gewünscht ist. Wir engagieren uns in unsren jeweiligen Heimatgemeinden und unterstützen überall dort, wo dies gewünscht ist, die allgemeine Gemeindearbeit, die Arbeit in Pfarrgremien und die Seelsorge sowie die gottesdienstliche Liturgie.

Gespräche, wo gewünscht

Außerdem machen wir eigene Angebote für Menschen, die  Zugänge zu Gott suchen, im Rahmen der norbertinischen Ausrichtung unseres Ordens. Nehmen Sie Kontakt auf!

Schulung, wo gewünscht

Auch die Schulung zählt zu den Angeboten, die von Prämonstratenser-Tertiaren für alle gemacht werden, die Unterstützung suchen. So konnte Bruder Peter Ling ein Seminar „Stimme und Sprache“ für SeelsorgerInnen  in der Trauerpastoral der Erzdiözese Freiburg geben. Ebenso wurden Priester und Priesteramtskandidaten sowie mehrere Kantoren in liturgischem Gesang und liturgischer Sprache unterrichtet. Auf diese Weise soll eine segensreiche Unterstützung geleistet werden überall da, wo dies angefragt und unseren Kräften möglich ist.

Tertiaren – Ordensleute in der Welt: Geht das?

Der Dominikanerpater Professor Dr. Ulrich Engel aus Berlin hat sich in einem Interview des Deutschlandfunks so geäußert: „Für das Kommen des Reiches Gottes braucht es die Orden letztendlich nicht; wie es die ganzen kirchlichen Strukturen natürlich nicht braucht.“ Eine ernüchternde Aussage – aber sie ist eine Art, mit dem aktuellen Zustand umzugehen, dass die Ordensgemeinschaften wegen Überalterung und Nachwuchsmangel eine deutliche Schrumpfung erleben. Und er mag Recht haben – dennoch sind die Ordensgemeinschaften auch zukünftig als ein guter und bewährter Weg anzusehen, dem Aufruf Jesu zur Nachfolge zu folgen. Und sie finden Zuwachs, wie unser Beispiel der Tertiaren zeigt.

So darf als Reaktion auf die aktuelle Entwicklung auch erlaubt sein, den Fokus auch auf bisher nicht so stark im Vordergrund stehenden Formen von Ordensleben zu legen. Da wäre beispielsweise der Blick auf die Tertiaren in der Ordensfamilie eine Möglichkeit. Also auf eine Gemeinschaft, deren Mitglieder nicht ständig zusammenwohnen, sondern getrennt, die sich aber gemeinsam den Ordensidealen verschrieben haben und die bei allen sich bietenden Gelegenheiten und auch zu geregelten Zeiten gemeinsam die Liturgie feiern und deren Gemeinschaft offen ist und die einladend sein möchte.

Sie leben meist in der Welt, haben dabei aber auch niederschwelligen Kontakt zu den unterschiedlichsten Menschen. Daraus ergeben sich verschiedenste Möglichkeiten des Wirkens.

Sie können so als überzeugende Zeugen gerade Menschen Ansprechpartner sein, die den direkten Kontakt zu den Kirchengemeinden nicht oder nicht mehr haben. Dennoch sind sie den besonderen Orten des Ordens verbunden – bei den Tertiaren der Abtei Sayn sind das etwa die der Abtei Hamborn und der ehemaligen Abteien Sayn, Ilbenstadt und Rommersdorf.

So wird auch auf eigene Weise der typische Ansatz des Prämonstratenserordens gelebt, nicht einfach völlig von der Welt abgeschieden zu sein, sondern in der Welt zu wirken. Wichtig ist dabei auch der Habit als deutliches und unmissverständliches Bekenntnis zum Orden und als Zeichen der Zugehörigkeit und der eigenen Gemeinschaft und ihrer Ausrichtung sowie dieser Identität. Der Habit ist somit unverzichtbar.

Die Gemeinschaft ist daher in der Welt lebend und aktiv, aber versieht als solche auch apostolische Tätigkeiten und lebt nach der augustinischen Regel und den Statuten. Es handelt sich also nicht um die Imitation anderer prämonstratensischer Lebensformen, sondern um eine eigene.

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Dritter Orden der Prämonstratenser / Communitas Tertiarii Saecularis